Vom Durchhalten

Was kann ich Ihnen heute sagen, was Ihnen nicht gefallen wird?

Wer ein gewisses Alter erreicht hat, und vielleicht auch die eine oder andere junge Person, erinnert sich: Es gab diese besonderen Tage, auf die man so sehr gewartet hat. Für viele war das Weihnachten, oft auch Ostern, für die meisten der Geburtstag, der Beginn der Sommerferien… Der erste Schneemann…

Später war es die geplante Reise, endlich Urlaub, manch eine*r hat sich auf den Ruhestand gefreut. Das Zusammenziehen mit lieben Menschen, der neue Job… Ihnen fällt dazu was ein?

Es gibt den Aspekt der Vorfreude. Von der es manchmal heißt, sie sei die schönste Freude.

Und es gibt den Aspekt des Aushaltens, das Warten durchstehen, Durchhalten – bald, bald ist es soweit!

Das Kind im Auto: “Wie lange noch?” “Sind wir bald da?” Quengel.

Und dann das sehr unangenehme Abwarten müssen, wenn der Arm in Gips war. Zunehmend scheußlich, wenn die Zeit voranschritt und das Jucken zunahm. Krank im Bett liegen müssen wegen der Blinddarm-OP, aushalten der Langeweile nach Maserninfekt… Ihnen fällt dazu was ein?

Haben wir das noch drauf? Können wir das noch? Wenn wir genug verdienen und selbst bestimmen, was wir wann kaufen oder an Annehmlichkeiten sonstiger Art erwerben, jederzeit womöglich – jeder Wunsch umgehend erfüllbar, können wir das noch? Ist das eine neue Erfahrung in Corona-Zeiten?

Nicht für alle, ich weiß. Es wissen noch recht viele, dass man sparen muss, um sich einen großen Wunsch zu erfüllen. Dass man lange bangen und neuen Anlauf nehmen muss, bis man wieder Erwerbsarbeit hat. Bis die Chemotherapie vorbei ist.

Es ist wohl wirklich besser, bei bestimmten Krankheiten nicht so lang im Bett zu liegen, nach einer OP allemal, lieber sich mobilisieren lassen und wieder in Bewegung kommen, die Heilung geht dann insgesamt rascher. Aber gar keine Zeit mehr zu erübrigen, um wieder auf die Beine zu kommen? Hopp hopp? Funktioniere du Memme, die andern müssen Deine Arbeit tun! Sieh zu!

Muss ich darauf hören? Darf ich selbst entscheiden? Kann ich es, hab ich es gelernt? Durchhalten, Abwarten, das auch wollen können, wenn ich es für richtig halte… Ihnen fällt etwas ein?

Na klar, ich denke gerade darüber nach, was es bedeutet, wenn nach drei Tagen eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten das Genöle losgeht! (Sorry, ich bin da nicht neutral oder gleichgültig gestimmt, ich bin unzufrieden!)

Jede*r entscheidet, wie sie/er das Geschehen und die Vorgaben rund um Corona bewerten will. Meine Frage ist: Haben wir die Freiheitsgrade noch, zu entscheiden, ob wir mit einem gewissen Gleichmut durchhalten wollen? Können wir das noch, das Gestalten des Abwartens sogar spannend finden, Ressourcen aktivieren, Neues entdecken, zustimmen: Ja, es ist machbar?

Niemand muss, wenn sie / er nicht will, es könnte zwar Konsequenzen haben, aber niemand muss. Wäre es erstrebenswert, es grundsätzlich zu KÖNNEN? Es nötigenfalls zu LERNEN? Entscheidungsfreiheit basiert darauf, nicht wahr? Meine unzufriedene Bemerkung hierzu: Ich mag die Sätze, die mit “Aber wir können doch nicht ewig… ” beginnen, nicht mehr hören!

Wieviele Menschen auf der Welt haben sehr eingeschränkte Möglichkeiten, Hunger, Krankheit, Dürre, Not – welche Privilegien haben wir hingegen? Kann ich es als ein Privileg ansehen, zu entscheiden, ob ich zu etwas JA sagen will? Sogar zum Durchhalten?

So, genug von meinem unzufriedenen Ton. Jetzt kommt was ziemlich Gutes.

Im Netz findet sich so manches, das helfen könnte, durchzuhalten.

Bein https:// www.ccschweizer.de /downloads /zur-selbsthypnose/ finden Sie eine Hörprobe, die auf ein Audio-Paket verweist, das sich mit Rauchentwöhnung befasst. (Nehmen Sie die Leerzeichen raus aus dem Link, dann funktioniert er.) Das Thema dieser Hörprobe ist Standhaftigkeit. Passt!

Die Vorfreude auf bessere Zeiten richtet sich an Erkrankte in Quarantäne. Hören Sie bei “3. Unterstützung bei einer Corona-Infektion”, https:// www.sabine-fruth.de/ corona.php#main, auch hier funktioniert der Link, wenn Sie die Leerzeichen rausnehmen.

Ich freue mich sehr, dass es solche Angebote jetzt vermehrt gibt, uns allen zur Stärkung! Danke! Eine gute Woche!

Bevor Sie gehen: Haben sie eine halbe Stunde Zeit? Na dann:

Ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten, eine Trance von Dr. Cornelie Schweizer

Selbstfürsorge in Zeiten von Covid 19

Die Inspiration für meinen heutigen Text entnehme ich dem podcast von Dr. Gunther Schmidt, der auf der Seite der Milton Erickson Gesellschaft (hypnose(dot)de/blog/gunther-schmidt-trance) einen Beitrag zum Umgang mit Ungewissheit und zur Stärkung des Immunsystems bereitgestellt hat. Diese kann frei gehört, als mp3 heruntergeladen und geteilt werden.
Ich erlaube mir, seine Gedankengänge und auch seine Formulierungen zu einem erheblichen Teil zu verwenden, denn ich schätze seine Art der Hypnose sehr.  Es kann gut sein, den podcast auf der genannten Seite zu hören oder auch nur hier meinen Text zu lesen. Oder beides.
Ich halte es durchaus für möglich, beim Lesen eines Textes in eine tiefe innere Reise zu gehen, dabei manchmal sogar in einen Zustand von Selbsthypnose zu gleiten. Das ist möglich, aber nicht zwingend nötig, um eine Wirkung zu entfalten. Das Lesen im eigenen Rhythmus, das Sinnieren über einige Wörter, das Entwickeln ganz eigener Gedankenstränge und das Entfalten ganz eigener Erinnerungsbilder und Vorstellungen kann bereits hilfreich wirken. Und jede Unebenheit der Sprache und jedes innere „Häh?“ kann diesen Weg in die innere Welt verstärken und tiefer werden lassen. Ich schreibe nun in der Ich-Form, eine jede, ein jeder wird damit auf die ihr/ihm eigene Weise umgehen!

Ich weiß ja, dass bildhafte Vorstellungen, auch die Vorstellung von Klängen, Gerüchen oder Empfindungen, meinem Organismus helfen können, ganz ähnlich wie in einem Traum, die entsprechenden Reaktionen und genau diese Abläufe in mir aufzurufen, die zu diesen Bildern gehören. Ich weiß, dass ich mit solchen Bildern meinen Organismus unterstützen kann, mir ganz unwillkürlich, ganz eigenständig, hilfreiche und unterstützende Kraft zu geben.
Gerade in solchen Zeiten wie jetzt, in denen so viele Turbulenzen und Unübersichtlichkeit auf mich zukommen, könnte es sicher gut sein, Erlebnisse in mir zu spüren, die all meine Kräfte, meine gesundheitsförderlichen Kräfte, für mich aktiv werden lassen. In meinem reichen unbewussten Repertoire schlummern sie und ich kann sie wieder nutzbar machen.
Und bevor ich meine innere Reise beginne, finde ich die für mich gerade hier und jetzt passende Weise, indem ich mir einen Platz suche, an dem ich jetzt ganz ruhig und geschützt, ohne auf irgendetwas von außen achten zu müssen, einfach mich nach innen richten kann und mir dies einfach mal gönnen kann.
Wie bei jedem Menschen kann es sein, dass manchmal ein Ungleichgewicht kommt, ich vielleicht Ängste entwickele, Befürchtungen, was alles so Schlimmes auf mich zukommen könnte, und ich mir manchmal auch gar nicht mehr vorstellen kann, so richtig deutlich bewusst, dass in meinem eigenen inneren Organismus so viele hilfreiche Kräfte in mir wirken können, Kräfte, die meinen Körper schützen können, sodass es mir vorübergehend tatsächlich so vorkommen könnte, als ob ich  gar nicht genug Fähigkeiten in mir hätte, mit diesen Situationen konstruktiv und gesund umzugehen.
Ich weiß allerdings ja aus den tausendfachen Erfahrungen der Hypnotherapie und auch aus den Forschungsergebnissen der autobiografischen Gedächtnisforschung, dass in unserer riesigen unbewussten Erfahrung ganz viele, sehr viele hilfreiche Fähigkeiten vorhanden sind, auch Fähigkeiten, die wirken können wie ein sehr kompetenter innerer Arzt oder eine sehr kompetente innere Ärztin in uns, und die uns helfen können, Gesundheitsförderliches in uns, das unser Leben schützen kann, aufzurufen. Und selbst, wenn wir uns erstmal vorübergehend nicht so richtig deutlich vorstellen könnten und auf bewusster Ebene vielleicht auch gar keine Erinnerung mehr daran haben, wo wir schon solche hilfreichen Fähigkeiten in uns erleben konnten – sie sind immer da, sie sind immer in uns.
Und ich weiß, dass sie uns tragen können, uns immer wieder helfen. Und unser unbewusstes großes Erfahrungsrepertoire ist viel umfassender und wirkt übrigens auch viel schneller und stärker als alles Willkürliche, sodass sogar, wenn wir uns das bewusst gerade nicht vorstellen können, diese Kräfte in uns hilfreich wirken, sie ganz eigenständig, auf eigene sehr präzise, sehr verlässliche, sehr kraftvolle Weise für uns heute wirken können.
Und wir alle kennen ja auch die Erfahrung, dass auch, wenn wir bewusst überhaupt nicht daran denken, unser unwillkürliches, kompetentes, weises inneres Selbstregulationssystem zum Beispiel unseren Blutdruck ganz von allein regelt, unseren Herzschlag, unsere Verdauung, unsere Hormone und auch unser Immunsystem. Dass dies auch so geschehen kann, dass unser Unbewusstes unserem Bewusstsein mittteilt, hey,  da musst Du mal mithelfen, und uns auf einmal ganz klar ist und wir es auch umsetzen wollen, hey, mach mal Bewegung, sorg mal für Dich, vielleicht solltest Du auch mal zu einem äußeren Arzt gehen, ruf doch da mal an! Und viele, viele weitere Prozesse und in ähnlicher Art regelt es in uns auf wunderbare Weise: Kann das nicht beruhigen und stärken, zu wissen, dass unser Organismus, unsere unbewusste Lebensweisheit, alles ganz eigenständig für uns gut regelt, so dass wir beruhigt uns mit unserem bewussten Denken anderen Themen zuwenden können? Den ganzen Tag und auch im Schlaf regelt unser Organismus in seiner Weise, eigenständig, auf mehreren Ebenen gleichzeitig, alles was wir brauchen für uns.
Damit ich diese Kräfte optimal für mich immer wieder wirksam machen kann, sollte ich aber noch Eines bedenken: Wenn jemand zum Beispiel gerade ungewünschte, unangenehme Erlebnisprozesse sich spürt, zum Beispiel heftige Befürchtungen in sich wahrnimmt, dann ist das ja ganz verständlich, dass jemand zunächst versucht, gegen diese vorzugehen, sie zu unterdrücken, zu vermeiden oder sie wegzuschieben oder ähnliche Vorgehensweisen. Selbst wenn es noch so verständlich ist, schwächen wir unseren Organismus damit, denn auch diese Prozesse  stehen immer für wertvolle, für uns wichtige Bedürfnisse. Auch wenn wir sie im Moment vielleicht nicht immer in ihrer Nutzbarkeit gerade bewusst verstehen, aber wieder verständlich machen können.
Deswegen wär es jetzt gerade sehr hilfreich, wenn ich mir zum Beispiel innerlich vorstellen könnte, dass ich mich ganz geschützt und sicher an einem Ort befinden könnte, und ich hatte mich ja schon einmal so erlebt: Zum Beispiel ähnlich wie in einer Theaternische zu sitzen und vielleicht einfach mal zu schauen, was dort auf der Bühne auftaucht, oder zum Beispiel wie in einem Kinositz oder Fernsehsessel, und dann auf der Leinwand, ganz geschützt und sicher, alles was auftaucht einfach wahrzunehmen, registrieren zu zu können, und einfach so aus einer geschützten Haltung mit gebührendem Abstand, in dieser inneren Sicherheit unterstützenden Weise, einfach mal wahrnehmen können, was auftaucht. Und jetzt? Aha, was taucht als nächstes auf? Und was immer gerade auftaucht, meine Gefühle, Gedanken und Erinnerungen, Fantasien, schöne Zukunftsfantasien oder auch Befürchtungen: Es könnte sein, dass, was immer es ist, ich das einfach mit einer Haltung, das Ganze geschehen zu lassen, zuschauen kann. Interessant, und was noch? Und jetzt?  Auch Gedanken, von dem ich denke, dass ich jetzt besser nicht denken würde, dass ich einfach wieder ganz gelassen und interessiert Anteil nehme, zur Kenntnis nehme. Interessant, und jetzt denke ich das, ja spannend, und was kommt jetzt, und was kommt jetzt? Genau diese Haltung kann meinem Organismus helfen, dass ich mich ganz sicher tragen lassen kann.
Auf Einladung meiner bewussten Gedanken ganz eigenständig, und auch ohne diese Einladung, ganz eigenständig, aus meinem inneren riesigen Erlebnisbereich heraus, verbunden mit einer sicheren geschützten Beobachterhaltung, einfach nur schauen.  Es können natürlich auch diese Wörter mich begleiten und sich dabei auch verwandeln, verwandeln in etwas für mich gerade Stimmiges.  Das alles mal genießen könnten, vielleicht auch wieder deutlicher verstehen, wie alle inneren Angebote mich halten können, auch wenn ich das nicht immer auf den ersten Blick verstehe. Auch Impulse, wie Ängste zum Beispiel, auch diese gehören zu mir und in ihnen steckt viel Kraft, und einen Teil ihrer Energie kann ich nutzbar machen, nutzbar machen für meine Heilung und Gesundheit, indem ich sie transformiere. Was gerade aus einer Beobachterhaltung heraus besonders wirksam funktionieren kann, mit dieser Beobachterhaltung meines bewussten Ichs.
In diesem Prozess kann ich dann mehr und mehr dazu kommen, dass ich mich getragen fühlen kann, von meinen Empfindungen, Gedanken, Gefühlen, Körperreaktionen, was immer auch sonst, dabei brauche ich selbst nichts wollen, nichts zu tun, ich kann es einfach geschehen lassen. In meinem inneren geistigen Immunsystem kann ich sogar nur das aufnehmen, was für mich passt, und dies auch so, dass es schon in meinem geistigen Immunsystem für mich passend umgewandelt wird.
Und in welcher Weise reagiert der kluge Organismus? Vielleicht kann jetzt schon beruhigt, gelassen, kraftvoll merken, wie ich gesundheitsfördernde Energie durch den Körper angenehm strömen lassen kann. Und kann auch bewusst merken, wie sich meine Atmung mehr und mehr in einem eigenständigen, unterstützen Rhythmus einpendelt, einem angenehmen Rhythmus zwischen Spannung und Entspannung, Spannung und Entspannung, so dass mit jedem Atemzug Energie, hilfreiche Kraft gebende, lebendspende Energie, sich einstellen kann und mit jedem Ausatmen eventuell Bedrückendes, Belastendes und ähnliches, was ich gerade nicht brauchen kann, in einer so befreienden Weise einfach abgeordnet werden kann. Und wenn die lebenspendende Energie, mit erfrischendem, kraftgebendem Sauerstoff in meine Lungen einströmen kann, ganz frei kann sie das tun, nicht wahr, dies zu erleben kann meinem Organismus auch helfen, jetzt schon mehr umzuschalten, und ich kann jetzt schon Bereiche von innerer Sicherheit erleben, innerer Ruhe, und dabei gleichzeitig eventuell von innen her mit guter Wachsamkeit dabei sein. Und ich kann verstehen, dass, wenn zum Beispiel irgendeine Angst oder sowas auftauchen könnte, dass die dann auch bleiben darf, denn auch dieses wäre eine Botschaft von Bedürfnissen. Ich kann gleichzeitig auf mehreren Ebenen und wechselseitig unterstützend so etwas erleben. Denn wann hat man solche Angst? Doch nur dann, wenn sich das kluge innere Wissen eines Menschen meldet mit der Botschaft: Ey, ich brauche jetzt Schutz, Sicherheit und Handlungsfähigkeit, und am besten auch Verbundenheit. Handlungsfähigkeit und Verbundenheit mit anderen Menschen, so dass ich ein Gefühl gemeinsamer solidarischer Unterstützungsmöglichkeit erleben kann.
Manche Menschen denken tatsächlich, dass man bei alledem immer auf allen Ebenen total entspannt sein müsse, ist das nicht ein interessantes Missverständnis? Aber doch wissen wir, dass gerade in solchen unruhigen Zeiten es ganz typisch für Menschen ist, immer unterschiedlichste, zum Teil widersprüchliche Sichtweisen zu erleben, die einfach ganz unwillkürlich auftreten, und das ist ganz in Ordnung, ganz in Ordnung! Und das kann ich auch meinem bewussten Ich noch mal klar machen, dass die Seiten von mir, verschiedene Seiten, mit ihrer reichhaltigen Vielfalt, nicht die ganze Person sind. Auch wenn es manchmal geschehen kann, dass Menschen sich quasi verwechseln mit ihren Seiten, sodass der ganze Mensch sich quasi verwechselt mit einer ängstlichen, mit einer wütenden, mit einer verzweifelten oder einer ganz gelassenen oder was auch immer auftauchenden Seite: Es sind einfach nur Seiten von ihnen.
Und wie würde mein Organismus auch jetzt schon in für mich hilfreicher Weise reagieren, wenn ich mich daran erinnern könnte: Es sind Seiten von mir, nicht ich als ganze Person? Es könnte sein, dass eine ängstliche Seite in mir auftaucht und ich hab noch ganz andere Seiten, und auch diese ängstliche Seite darf bleiben, weil auch sie Wertvolles, Hilfreiches an Fähigkeiten in mir auftauchen lässt, die Menschen helfen können, und deshalb muss ich nicht im ganzen Organismus völlig entspannt sein, sondern ich kann ganz gelassen zulassen. Ich kann richtig locker zuschauen, wie etwas in mir, vielleicht gerade um mir zu helfen, wach und vorsichtig ist. Aufmerksam machend, auf etwas, was ich gerade brauche. Zum Beispiel wie eine Angst, die dafür stehen kann, mich zu erinnern an meine Bedürfnisse, meine berechtigten Bedürfnisse nach Schutz, Sicherheit, Handlungsfähigkeit und Verbundenheit. Und deswegen ist es ganz wichtig, uns dieses in Erinnerung zu bringen, dass wir einen schützenden, sicheren und mit liebevoller Anteilnahme verbundenen Platz in uns brauchen. Und ich kann diesen ängstlichen oder ähnlichen Seiten danken, dass sie, indem sie auftauchen sich anmelden, dass auch sie einen geschützten sicheren Platz, wie ich als Gesamtperson ja auch,  brauchen in mir, und dass sie mich gleichzeitig daran erinnern, welche intensiven gesundheitsförderlichen Kräfte auch jetzt schon in mir sind, im Laufe meines Lebens in so vielfältiger Weise in mir erworben und gespeichert sind, und ihnen in diesen Zeiten einen solchen gesicherten Platz schenken, dass auch sie sagen können: Ich kann mich hier niederlassen und ich kann ganz beruhigt weiter hier sein. Als Erinnerungshilfe: Wo wäre dieser Platz, eher rechts von mir in meinem Erleben, oder links, oder auf meinem Schoß oder in meinem Arm? Und diese Seiten könnten sagen:  Oh ich kann sicher, womöglich sogar ganz locker entspannt, einfach ein bisschen angespannt sein! Gerade in solchen Zeiten es ist viel hilfreicher für ganz viele Menschen, sich eher eine optimale Balance, auch bei der Atmung, eine optimale Balance zwischen Spannung und Entspannung, wo man in sich in pendeln, gemütlich einfach tragen lassen kann, zu gönnen, mit dem Wissen, hey, ich kann elastisch in unterschiedliche Erlebnisrichtungen sofort reagieren auf das, was immer gerade auftaucht und was sich als Bedürfnis in mir meldet. So kann es beruhigend sein, so eine wohltuende innere Lebensenergie strömen zu lassen, wenn man zulassen, einfach zulassen kann: Ich darf pendeln zwischen Spannung und Entspannung. In dieser lockeren gelassenen Balance zwischen Spannung und Entspannung, wo sich ein gutes inneres Gleichgewicht ganz eigenständig und unwillkürlich einpendelt, und getragen, geborgen von dieser pendelnden, dynamischen, ruhigen Gleichgewichtslage kann es gut sein, dass auch wieder deutlicher bewusst und in Erinnerung kommt, dass der kluge Organismus ja von der ersten Stunde meines Lebens für mich schon viel tun musste, und tun konnte, und getan hat, zum Beispiel das Immunsystem zu stärken, gerade auch dadurch, dass es ständig behelligt, besucht, kontaktiert wurde von irgendwelchen fremden Reizen. Mein Immunsystem also jetzt schon sehr viel für mich getan hat, damit ich gesund und sicher und kraftvoll meine Lebensentwicklung vollziehen konnte und immer weiter vollziehen kann, sodass es eigentlich für mein Immunsystem gar nichts Neues ist, jetzt die Situation im Grunde genommen sogar mit einer gewissen Gelassenheit und dabei sprungbereit wie eine innere Schutzpatrouille meinen ganzen Körper durchströmt. Und es ist gut für mich zu merken, dass die jetzige Herausforderung sowas ist wie: Aha, wir können alles mobilisieren an hilfreichen Kräften, an erprobtem Wissen, wie wir mit den Eindringlingen gesundheitsförderlich schützend umgehen können, genau jetzt!
Und ist es nicht beruhigend, den Rücken stärkend, zu wissen, wie mein Organismus Schutzmöglichkeiten erworben hat und sie wieder bereitstellen kann? Und wie die Kraft des Schutzes, diese Kraft, die durch meinen ganzen Körper ständig pulsiert, immer stärker ausgebaut werden kann und mit jedem Angriff, mit jedem Kontakt lernen kann?
Ich kann neugierig Anteil nehmen, interessiert merken, wie antwortet mein kluger Organismus? Welches sind die inneren Bilder, die mir helfen, mich einfach tragen zu lassen, so dass man sagen könnte, mein innerer Arzt, meine innere Ärztin wirkt gerade sehr hilfreich? Vielleicht sind es die inneren Bilder einer schützenden Schicht auf allen meinen Schleimhäuten, kraftvoll und wirksam helfend, alles Bedrohliche und Unpassende von außen erfolgreich und entschieden klar abzuwehren und von sich weg zu weisen. Es kann sich diese schützende Energie dahin erstrecken, alle Atemwege zu schützen. Und welches Sicherheit gebende interessante Gefühl könnte das vielleicht jetzt in mir auslösen und wahrnehmbar machen? Mit dieser Vorstellung, mit meinem geistigen Immunsystem wecke ich schützende Energie, die alles Gute durchlässt, Sauerstoff, alles was der Organismus braucht, und alles, was nicht hilfreich ist, ausgrenzt.
Es kann sein, dass ein Bild entsteht, dass diese Energie vielleicht eine bestimmte Farbe, Qualität oder Töne und Gerüche hat, vielleicht auch einen Geschmack, der wohltut. Dass Bilder von Energie sehr hilfreich wirken können, das wissen wir durch sehr viele geprüfte Erfahrungen. Schutztruppen, die hilfreich als stärkende Kraft meinen Körper durchströmen und alles ausgrenzen, was nicht hilfreich für mich ist, so dass in mir schon Vorstellungen darüber entstehen, wie diese Heilkräfte meiner inneren Ärztin, meines inneren Arztes, all ihre schützende lebenspendende Energie zugänglich machen.
Und die Erinnerung daran, wie viele herausfordernde Krisen, auch gesundheitlich herausfordernde Belastungen mein Organismus nicht nur erleben musste, sondern auch bewältigen konnte, gibt diese Kraft, auch die nächste Herausforderung wieder bewältigen zu können.
Alle inneren Vorstellungen können mich unterstützen, mich für mich einzusetzen, sodass, wenn zum Beispiel Befürchtungsfantasien auftauchen, ich diesen in meinem großen inneren Erlebnisraum einen Platz zuweisen kann,  sie mir also sie wie von außerhalb angucken kann, wie sehen sie aus und wie weit sind sie weg? Was ist die optimale Distanz, so dass ich mit geschützter und sicherer Beobachterhaltung schauen kann, ja sie rechts von mir, links von mir, unten oder oben, oder wo ich will, solche Bilder gelassen in geschützter Position  anschauen kann.  Und sagen „Aha!“, dass es eine Möglichkeit bedrohlicher Entwicklung natürlich gibt und dies, genau dies erinnert mich daran, dass ich meinen Blick wende auf eine andere Seite meines inneren Erlebens,  wie auf der Leinwand oder einem Fernseher oder sonst wo erscheinen können, Erinnerungsbilder an kraftvoll überstandene Krisen, und Bilder, die irgendwie Zeit verschaffen können in mir. Es gibt da Kräfte in meiner Vorstellung, die sagen: Du kommst hier nicht rein, du hast hier nichts zu suchen! Wir sorgen dafür, dass der Organismus dieser wertvollen Person hier von uns geschützt wird! Wir lassen uns auch nicht täuschen, wir weisen dich wirksam weg von uns, du kommst hier nicht rein!
Und was kann das für ein beruhigendes Gefühl geben, so ein hilfreicher kooperativer Kontakt zu meinem eigenen verlässlichen Immunsystem! Und wie dieses Gefühl diesem wieder helfen kann, mich mit noch mehr heilender Energie zu versorgen!
Und mit dieser beruhigenden Gewissheit kann ich mich allmählich wieder in meinen Alltag zurück orientieren, frisch, klar koordiniert, gut im Lot und flexibel, beweglich. Es ist ohnehin immer klar, dass sie immer da ist, meine innere Kraft, mich überallhin begleitet, schützend, sichernd. Und es ist unterstützend, mir vorzustellen, dass, wenn ich rückblickend aus der Zukunft, rückblickend aus der Zukunft, wenn wir diese Situation überstanden haben, auch gerade ich diese Situation überstanden habe, mit Dank an die Erinnerung an unsere Endlichkeit und gleichzeitig mit der ermutigenden Orientierung darauf, dass wir uns auf das klar ausrichten können, was wir Tag für Tag, Stunde für Stunde in der jeweiligen Gegenwart als das Sinnvollste, das Schönste, in uns und miteinander in Beziehung, gestalten können.

Was kann uns gut unterstützen, wenn wir den Eindruck haben, der Druck von außen wird zu stark?

Orientierung: Drehen um die eigene Achse, unter Mitnahme des oberen Rückens, langsam, und dabei wahrnehmen, was die reale Umwelt ist. Auch wenn sie altbekannt ist – vielleicht ist dieses Bild da schon lange nicht mehr mit Bewusstheit wahrgenommen worden? Übe, solange, bis im Körper ein Empfinden von Beruhigung einkehrt.

Sich selbst spüren: Kräftig in die Muskulatur der Oberarme und Oberschenkel fassen, kneten bis der Körper einen spontanen Aufatmer produziert.

Selbstvergewisserung: Wie heiße ich, wo bin ich genau, wie alt bin ich? Ach guck, da sind meine Füße!

Bei in der Vergangenheit erlebtem Trauma, das im Erleben wieder auftaucht: Wieviele Jahre bin ich schon von dem Trauma weg? In der Vorstellung sei die Distanz räumlich, z.B. als breiter Highway, als Wasserstraße, jedes Jahr Abstand ist ein Kilometer. Blick zurück, wie weit weg ist es schon?

Selbstregulation: Sinnfreie Emotionen auf den Prüfstand! Wut auf Dinge, die ich nicht ändern kann, schadet nur mir selbst! Stattdessen: Was kann ich sinnvolles TUN?

Bauch und Flankenatmung hilft, sich zu regulieren, länger aus als ein, Pause nach aus.

Fahrstuhlatmung: Von tief im Bauch zieh ich Luft ein, die Hände unterstützen, wie ein Fahrstuhl geht es nach oben, mit der Luft und mit den Armen. (Ich weiß, dass es umgekehrt funktioniert beim Einatmen – es geht um die Vorstellung!) Anhalten! Dann loslassen, ausatmen. Spür nun Dein Gewicht auf Deinen Füßen!

Bewegung! Wir dürfen raus! Geh raus. Mach Gymnastik, tanze den Flur rauf und runter, hample wie ein Kind und hüpfe!

Erkenntnis: Aha, so ist es nun. Akzeptanz dessen was ist, ist tranierbar.

Natur erleben wo immer möglich, und wenn es der Blick aus dem Fenster ist!

Setze Menschen Grenzen! Niemand ist berechtigt, seine Spannung an Dir auszulassen!

Kontakt mit Abstand: Verabreden über Online-Plattform. Videochats.

Stell Dir all die Menschen vor, die es jetzt in diesem Moment genauso durch den Tag trägt! Sieh vor Deinem inneren Auge, wie sie Yoga machen, lesen, der Musik lauschen, malen… Manch eine singt vor sich hin…

Meine Praxis in dieser Pandemiezeit

Guten Morgen an diesem Montag nach Bekanntgabe der Kontaktbeschränkungen!

Wir Heilpraktikerinnen finden noch keine Erwähnung in den bisherigen Verordnungen. Dennoch habe ich entschieden, meine Praxis weitgehend auf online umzustellen. Wer technisch mit der online-Lösung Probleme hat, kommt weiterhin persönlich.
Mit meinen regelmäßigen Klientinnen bin ich dabei, die Abläufe im Einzelnen abzustimmen.
Wer schon einmal bei mir war, pausiert oder beendet hat, nun aber gerne wieder Termine vereinbaren möchte, rufe mich gerne an, wir finden eine Lösung!
Neue Klient*innen nehme ich – vorrangig zum Schutz derer, die zur “Risikogruppe” gehören – nicht auf!
Psychotherapeutisch rein online zu arbeiten, wenn wir uns noch nicht persönlich kennen, halte ich für nicht vertretbar und biete es nicht an. Beratungsgespräche zur Bewältigung der Belastungen, die akut auftauchen, schon.
Rufen Sie mich also gerne an oder schreiben mir eine Mail, wenn Sie mit mir einen Beratungstermin vereinbaren möchten!
Kontakt: 040-4305121 (AB) und info@heilpraxis-psychotherapie-roderwald.de

Guten Mut, Gesundheit und umsichtige Mitmenschen wünsche ich Ihnen!

Ulrike Roderwald

Reflexintegration 3, mit einem Vorwort zur Covid 19-Erkrankungswelle

Eine neue Woche, eine Woche, in der wir uns umgewöhnen sollten und zum Teil auch müssen: Beschränkungen in vielen Lebensbereichen, die Kinder müssen privat versorgt werden, der öffentliche Dienst für sie fällt weitgehend aus. Kino is nich usw. usw.

Am stärksten trifft es die Menschen, die medizinische Hilfe und Pflege an andere Menschen geben und auch die, die wissenschaftlich arbeiten, entwickelnd, auswertend, informierend. Sie haben eine große Belastung zu stemmen. Sie arbeiten für uns andere, die  n u r  eine Lebensumstellung zu bewältigen haben und noch gesund sind und für diejenigen, die bereits der medizinischen Hilfe und Pflege bedürfen.
(Meine Leser*innenschaft vermute ich hier bei uns im Norden und gehe daher nicht davon aus, dass schon schwere Erkrankungen oder Todesfälle zu bewältigen sind. Wäre schön, es bliebe so!)

Was kann ich tun, in meinem Beruf? Ich denke an Menschen, die Angst und Unsicherheit ohnehin in ihrem Leben kennen. Ich denke an Alleinlebende, die sich jetzt vor Isolation fürchten. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich häufiger telefoniere. Der persönliche Kontakt ist mir lieber, aber das geht nun nicht mehr in jedem Fall. Machen Sie doch mit, rufen Sie Freunde und Bekannte, die beunruhigt, ängstlich oder allein sind, mal wieder an! Mach doch mit, ruf Freunde und Bekannte, die beunruhigt, ängstlich oder allein sind, mal wieder an!

Liest Ihre / Deine Nachbarin, Ihr / Dein Nachbar gern? Quillt Ihr / Dein Bücherschrank über? Legen Sie / lege doch ein Buchpaket zum Mitnehmen ins Treppenhaus, vor die Tür! Mit ein paar freundlichen Worten dazu. Wenn Sie sich richtig gut dabei fühlen wollen, wenn Du Dich richtig gut dabei fühlen willst: Ziehen Sie / zieh Einmalhandschuhe bei der Auswahl an. Doch! Lieber sich mal albern fühlen und jetzt “ach, wie übertrieben denken”, als später zu denken, “ich hab‘s gut gemeint und dann ist es was Schlechtes geworden!” Vorsichtig und umsichtig zu sein, verbraucht letztlich weniger Energie, als die letzten Wochen danach zu durchforsten, ob man schon mit dem Virus in Kontakt war.

Sie haben bestimmt Ideen, wie solidarisches Handeln geht! Und sollten Sie selbst zu denen gehören, die auf die Hilfe ihrer Nachbarn und Bekannten hoffen: Bitten Sie darum, mehr als Nein sagen können die nicht, fragen Sie halt jemand anderen. Auch wenn Sie daran nicht gewöhnt sind. Neue Gewohnheiten sind manchmal ein prima Impuls für ein verändertes Lebensgefühl!
Du hast bestimmt Ideen, wie solidarisches Handeln geht! Und solltest Du selbst zu denen gehören, die auf die Hilfe ihrer Nachbarn und Bekannten hoffen: Bitte darum, mehr als Nein sagen können die nicht, frag halt jemand anderen. Auch wenn Du daran nicht gewöhnt bist. Neue Gewohnheiten sind manchmal ein prima Impuls für ein verändertes Lebensgefühl!

Nun, ich komm mir schon ein bisschen komisch vor, im Zusammenhang mit Reflexintegration heute zur Selbsterforschung aufzurufen, denn dies ist ja eh schon so ein mächtiges Thema in diesen Tagen. Dennoch: Ich hab‘s angekündigt und bitte sehr! Hier kommt eine Liste von möglichen Auffälligkeiten, die auf nicht integrierte frühe Reflexe hindeuten können:

– Überreaktion bei plötzlichen, unerwarteten Geräuschen und Bewegungen

– Agoraphobie, Panikattacken, extreme Ängste, deren Ursprung im Unklaren liegt

– gelegentlich das Gefühl, vornüber zu fallen

– Dinge oder Gebäude, die fest stehen, scheinen sich manchmal zu bewegen

– manchmal fällt es schwer, den Blick zu fokussieren

– Übelkeit, Schwindel, auch im Liegen

– mangelndes körperliches Gleichgewicht

– Probleme bei der Körperkoordination, oben und unten, rechts und links arbeiten nicht gut zusammen

– Migräne

– Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit, Berührungsempfindlichkeit

– rechts-links-Unterscheidung unsicher

– Flüchtigkeitsfehler beim Schreiben

– häufige Ungeschicklichkeit, Anstoßen an Möbeln oder Ecken bei Müdigkeit

– Wortunsicherheiten trotz Wissens, was man sagen möchte

– möglicherweise gute Leistungen in Schule und Beruf, dennoch Prüfungsangst

In der Vorgeschichte häufige Hals- Nasen- Ohrentzündungen? Spätes Laufenlernen oder Sprechenlernen? Fahrradfahren schlecht gelernt? Ballfangen schlecht gekonnt? Balancieren, Bockspringen, Seilklettern Fehlanzeige trotz Bemühens?

Noch lange ins Bett gemacht? Reiseübelkeit? Noch lange am Daumen gelutscht?

Weitere Fragen könnte die Person beantworten, die Sie / Dich geboren und in den ersten Lebensmonaten versorgt und begleitet hat. Umstände, an die Sie / Du keine Erinnerung haben / hast: Wenn das möglich ist, sollten Sie / solltest Du nach Besonderheiten in der Schwangerschaft, bei der Geburt, in der frühen Entwicklung fragen.

Fündig geworden? Mehreres mit „Ja“ beantwortet? All das muss keinesfalls auf mangelnde Reflexintegration hinweisen, die Zusammenhänge können auch ganz andere sein. Die Schwere der Auffälligkeiten wird von Menschen unterschiedlich bewertet werden. Aber es kann eben auch sein, dass hier der Ursprung Ihrer / Deiner Probleme liegt. Die dafür ausgebildete Kraft kann dies mit einigen Tests herausfinden. In mir finden Sie / findest Du eine solche.

Termine können wir ab jetzt machen, für ca. ab Mitte April, je nach Entwicklung der Covid 19-Welle. Bei weiterem Informationsbedarf schreibe ich gerne auch etwas über das Verfahren beim Testen und natürlich bei der anschließenden Therapie.

Bleiben Sie gesund! Handeln Sie umsichtig! Bleiben Sie besonnen!

Bleib gesund! Handele umsichtig! Bleib besonnen!

Eine gute Woche!

Reflexintegration 2

Ich komme auf mein Thema der letzten Woche zurück, die überdauernden frühkindlichen Reflexe und ihre möglichen Folgen. Diese beschäftigen mich schon sehr. Zunächst einige Vorüberlegungen:

Wir sind daran gewöhnt, zuzugestehen, dass es die sogenannten psychosomatischen Beschwerden gibt. Ein nicht auf äußere Einflüsse und nicht auf körperliche Verursachung zurückzuführendes Herzrasen oder Magenbeschwerden, obgleich wir nichts Unverträgliches gegessen haben und wofür der Arzt nach aller medizinischen Kunst nichts Physisches herausfinden kann, sind wir geneigt, als psychosomatisch verursacht zu bezeichnen.

Weniger im Blick haben wir, obwohl diese Erfahrung doch zu unserem Alltag gehört, sind die somato-psychischen Beschwerden. Ein Kind, das sich sehr doll die Knie aufschlägt, wir wohl meist erstmal herzzerreißend (!) weinen. Eine langdauernde Erkrankung schlägt uns aufs Gemüt. Natürlich reagieren Menschen verschieden auf die Einschränkungen, die sie durch Krankheit oder Unfallfolgen zu verarbeiten haben, jedoch wird diese körperliche Erfahrung sie in irgendeiner Weise verändern, sie sind psychisch in einem anderen Zustand als zuvor.

Bei diesen Überlegungen komme ich wieder an den Punkt, dass mir die Trennung von Körper und Psyche als unsinnig erscheint. Wozu ist das gut? Wenn ein Mensch leidet, werden wir gut daran tun, nach allen Möglichkeiten Ausschau zu halten, durch die er Hilfe finden kann. Das Kind ist gestürzt, die Wunde wird beschaut, gereinigt, verbunden, das Kind wird getröstet, nichts davon sollte fehlen.

Ein Mensch, der an Parkinson erkrankt ist, benötigt Medikamente, Übungen und Solidarität. Nichts davon sollte fehlen. Soweit zu den helfenden Maßnahmen.

Wie steht es mit der Diagnostik? Ist es wirklich in jedem Fall – oder überhaupt in auch nur in einem einzigen Fall – möglich, den Zustand eines leidenden Menschen auf nur einen Ursachenkomplex zurückzuführen? Körperlich oder psychisch? Wir wissen, dass die Immunabwehr eines traurigen oder stressgeplagten Menschen weniger gut funktioniert als die eines ausgeglichenen, mit seinem Leben zufriedenen Menschen. Körper und Psyche sind beim Schnupfen beide am Start.

Es soll Einflüsse der Psyche auf die Wundheilung geben: Liebevolle Pflege unterstütze den Körper bei seiner Arbeit, Einsamkeit behindere, sagen einige. Mir leuchtet das ein.
Ein Mensch mit Zielen und Vertrauen ins Leben und in sich wird eine Operation besser überstehen als ein Mensch mit Defiziten in diesen Bereichen. Erlebt ein Mensch, dass er die Operation gut überstanden hat und wieder zuversichtlich hinaus ins Leben gehen kann, wird dies Auswirkungen auf sein Selbstbild ebenso wie auf seine Leistungsfähigkeit haben. Körper und Psyche sind eins.

Wenn ich nun auf die frühkindlichen Reflexe schaue, dann entnehme ich der Literatur, dass diese, wenn sie nicht in der Entwicklung des Kindes integriert und abgelöst wurden, Folgen haben können, die über die reine Körperlichkeit hinausgehen. Wir sind ein System. Jeder Einfluss wirkt an mehreren Stellen und beeinflusst die Organisation des gesamten Systems.
Auch die Verursachung dieser mangelnden Reflexintegration kann verschieden sein, bzw. mehr als einen Ursprung haben. Hier spreche ich von der Befindlichkeit und dem Erleben der Mutter während der Schwangerschaft und dem Erleben des Babys im ersten Lebensjahr.

Wir sind bereits auf der Ebene des Fötus mit Urreflexen ausgestattet, schon bevor das zentrale Nervensystem ausgebildet wurde. Im Leib der Mutter ist ganz schön was los! Diese frühen Reflexe sichern das Überleben und sie leiten jeweils in den nächsten Schritt der Menschwerdung über. Sie sind bei der Geburt dabei, beim ersten Schrei, beim Drehen in den Vierfüßlerstand und beim Hochkommen in den Zweibeinstand. Sie helfen, dass der Kopf gehalten und gedreht werden kann, dass die Augen der Bewegung folgen, und und und… Zu Beginn fällt das Kind noch um, wenn es den Kopf zum Geräusch dreht, dann kann es irgendwann das Gleichgewicht stabil halten, sogar beim Rückwärtslaufen. Es sei denn… Es sei denn Reflexe haben Bestand, sind aktiv, obgleich höhere Hirnfunktionen schon übernommen haben sollten. Dann kann es schwierig werden im Reifungsprozess.

Die Reflexintegration spielt also logischerweise für die weitere Entwicklung des Kindes eine bedeutende Rolle, Probleme beim Lernen und auch im Verhalten können den schulischen Werdegang empfindlich stören. Ich empfehle hierzu die Autorin Sally Goddard Blythe zu lesen, wenn Dein / Ihr Interesse geweckt sein sollte. Mir sagt diese Autorin zu, denn sie belegt ihre Aussagen mit zahlreichen Literaturverweisen. (Natürlich gibt es auch andere Autor*innen. In der Praxis werde ich mich an Sieber & Paasch halten, die Methode RIT®).

Die Diagnostik und das Training für Kinder liegt inzwischen nicht mehr in meinem Aufgabenbereich, ich bedaure, als Lehrkraft an Förderschulen diese Kenntnisse noch nicht erworben gehabt zu haben! Die Frage an Physiotherapeuten und Ergotherapeuten, ob sie auch Reflexintegration im Portfolio haben, möchte ich ausdrücklich empfehlen zu stellen, wenn Dein / Ihr Kind Schwierigkeiten hat!

Für mich in meiner Praxis für Erwachsene und in meinem Leben ist es sehr erhellend zu verstehen, dass manche Schwierigkeiten auch im späteren Leben noch diesen Hintergrund haben können. Schwierigkeiten, die in den Reaktionen der Körperhaltung und des Gleichgewichts auftauchen und auf nicht gereifte Reflexe zurückzuführen sind, prägen Menschen auch in ihrer Persönlichkeit.
Beispiel: J. hatte immer schon Gleichgewichtsprobleme. Sie hatte so sehr versucht, Schlittschuh- und Rollschuhlaufen zu lernen – es war nicht von Erfolg gekrönt. Sie war die Einzige, die nicht mithalten konnte! Es war auch mit dem Radfahren nicht eben einfach – es brauchte sehr verständnisvolle Freundinnen, es überhaupt zu lernen, und in Stresssituationen im Verkehr war es immer eine Herausforderung für sie, nicht abzusteigen und zu Fuß nach Hause zu gehen. Irgendwann hat sie es aufgegeben und erlebte sich dabei als unzulänglich. Inzwischen hat sie einen inneren Abstand dazu gefunden, staunt nur einfach, dass manch 70-Jährige im Ort elegant und sicher an ihr vorbeizieht. Wie machen das die anderen? Sie hat den Dreh nicht gefunden. Lange Zeit ihres Lebens war sie mit Schamgefühlen unterwegs und hat sich bemüht, ihr Handicap zu verbergen. Das war für sie eine permanente Verunsicherung! Es kostete Kraft und zog Aufmerksamkeit.

Es können Bewegungsabläufe ebenso wie Selbstwertempfindung beeinträchtigt sein, mit den entsprechenden möglichen Folgen von Unfallneigung, Deprimiertheit und unter Umständen sogar sozialem Rückzug. In der Kindheit bei sportlichen Ereignissen immer zurückzubleiben kann das Selbstbild nachhaltig trüben!

Goddard Blythe schreibt, dass im Falle mangelnder Reflexintegration höhere Hirnzentren herangezogen werden müssen, um Gleichgewicht, Wahrnehmung und Körperkoordination herzustellen, da die normalerweise zuständigen, unbewusst arbeitenden Hirnzentren nicht dazu in der Lage sind, wenn die Reflexe nicht gereift sind. Die kortikalen Zentren werden mit Aufgaben überladen, die nicht ihre eigentlichen sind. Damit sie dennoch ihre Aufgaben der bewussten Informationsverarbeitung und willentlichen Steuerung erledigen können, muss der Mensch kompensatorische Energie aufwenden. Hier  k a n n  ein Ursprung für den Eindruck mancher Menschen sein, sie müssten sich bei allem immer sehr anstrengen. Goddard Blythe sieht hier auch eine mögliche Verursachung für ein zu hohes Erregungsniveau und dem Erleben, dass die Erregung mit der entsprechenden Zuschreibung überwältigend sei – Angst zum Beispiel.

Und ich? Quickstepp zu tanzen werde ich nicht mehr lernen, schätze ich. Die Übungen zur Integration der Reflexe, bei denen ich offenbar etwas nachzuarbeiten habe, mache ich dennoch und bin sehr neugierig, wie es damit weiter geht! Ich werde berichten!

Nächste Woche schreibe ich darüber, bei welchen Erscheinungen es Hinweise gibt, dass es mit der Reflexintegration Probleme gab und diese bis ins Heute hinein wirken. Dann kann als nächstes eine entsprechend ausgebildete Fachkraft aufgesucht werden, dies zu testen. Dann geht es gegebenenfalls an die Bewegungen, die nach regelmäßigem Üben das Leben erleichtern.

Eine schöne Woche!

Frühe Reflexe integrieren

Neigung zu Angst, Empfindlichkeit bei Berührung, Lärm oder Licht, Gleichgewichtsprobleme, Konzentrationsprobleme, Fluchtimpulse, Schwierigkeiten im Kontakt mit anderen Menschen, Nähe als unangenehm empfinden…. Symptome, die unser Leben erschweren und deren Kompensation im Alltag viel Energie verzehrt: Eine (!) mögliche Ursache kann in nicht gehemmten frühkindlichen Reflexen liegen. Später erkläre ich, worum es dabei geht. Zuvor ein möglicher Ablauf einer Therapie:

Ja, wir erforschen die Lebensgeschichte und durch die Fragen der Anamnese und vor allem die Antworten der Hilfesuchenden kommt schon einiges in einen verstehbaren Zusammenhang mit den Problemen im Jetzt. Ein neuer, klarerer Blick, manch ein “AHA!” entwickelt sich.
Wir sehen, wir können unsere Lebensereignisse anders bewerten und bearbeiten, als wir dies zu Zeiten taten, als wir dafür noch nicht die Kompetenzen hatten. Wir entdecken, dass wir uns von sogenannten Glaubenssätzen befreien können, die wir aus unserer Kindheit und Jugend noch mit uns herumschleppen. Wir erkennen, dass wir unsere Leben in die eigene Verantwortung nehmen können. All das ist so gut und wahr!

Wir erleben unsere Selbstwirksamkeit und sehen, dass es sehr wohl Alternativen gibt zum Bisherigen und dass wir die Ressourcen besitzen, die zum Lernen neuer Denkweisen nötig sind. Unsere Gefühlsverwirrung entwirrt sich, es geht uns besser.

Wir nehmen den Körper und sein Wissen hinzu und finden Wege, Blockaden zu erspüren und auch dort Alternativen zu finden, um zum Beispiel scheinbar unerklärbare Schmerzen hinter uns zu lassen. Wir erleben eine gesteigerte Lebendigkeit und Kraft.

Wir merken, wir verhalten uns anders, dies verändert so einiges in unserem Umfeld. Manches mag zunächst schwierig sein, vielleicht kommt ein Partner, die Mutter oder das Team auf der Arbeit nicht so problemlos mit bei unseren Veränderungen. Neue Konflikte können entstehen. Wir sehen uns jedoch nicht mehr als Spielball der Verhältnisse und wollen nicht mehr ungeprüft alles übernehmen, was von außen kommt.

Vieles kommt in Fluss und es geht uns besser. Wir können uns Pausen gönnen. Wir lachen freier. Wir entdecken unsere Kreativität neu. Wir freuen uns über unsere Fortschritte. Toll!

Möglicherweise bleiben scheinbar unerklärliche Reste. Warum immer noch diese Höhenangst? Warum immer noch diese Schreckhaftigkeit? Jahrelang Yoga und immer noch Gleichgewichtsprobleme? Immer wieder Verspannungen im Kiefergelenk, im Nacken? Wir zweifeln an uns, bei all den schönen neuen Ressourcen, die wir uns erarbeitet haben.

Hier kommen vorgeburtliche und frühkindliche Reflexe ins Spiel. Diese haben einmal wichtige Aufgaben zu erledigen gehabt. Sie haben unser Überleben im Leib der Mutter unterstützt, den Geburtsvorrgang, den ersten Schrei, das Erobern der Welt mit allen Sinnen, dem Krabbeln, dem aufrechten Gang. Jeder Reflex hatte seine Aufgaben. Im günstigen Fall wurde er gehemmt und verlor seine Wirksamkeit, wenn er seinen Job gemacht hatte und die frühkindliche Entwicklung weiter ging. Wenn zunehmend die reflexartigen Bewegungen von den willkürlichen Bewegungen abgelöst werden, übernehmen die höheren Hirnfunktionen. Manche Reflexe beleiben ein Leben lang sinnvollerweise erhalten, der Lidschlag, das Atmen, das Schlucken – andere behindern eine günstige Entwicklung und können bis ins Erwachsensein stören.

Symptome wie Gleichgewichtsprobleme können unterschiedliche Ursachen haben, mangelnde Reflexintergration ist eine der möglichen Ursachen. Das Gleiche gilt bei Unwohlsein bei Augenkontakt. Erscheinungen, die uns den Eindruck vermitteln, hier seien wir nicht so ok wie wir sein könnten, diese Schreckhaftigkeit, ein Geräusch in der Nacht und wir schreien innerlich Alarm – eine Ursache kann mangelnde Reflexintegration sein.

Ob es so ist, lässt sich testen. Wenn es so ist, helfen konsequent ausgeführte Übungen. Sie ermöglichen dem Gehirn eine Nachreifung durch Bewegungstraining. Eine Trainerin für Reflexintegration unterstützt bei der Hemmung der Reflexe, wodurch deren Ablösung durch höhere Funktionen des Gehirns ermöglicht wird. Das tut sie durch die Erfahrung isometrischen Drucks, abgestimmt auf die betroffenen Reflexe, den der betroffene Mensch selbst ausübt.

Das Leben kann freier gelebt werden, der Körper mehr Beweglichkeit und Sicherheit erleben und die Psyche sich beruhigen. Augenkontakt kann wohltuend empfunden werden, Lärm mit mehr Gelassenheit zur Kenntnis genommen werden, Ängste können abgebaut werden.

Um meine Kompetenzen um diesen Baustein zu erweitern, habe ich RIT, Reflexintegration gelernt, und zwar das für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche wichtige erste Modul dieser Ausbildung und freue mich auf alle, die da mal neugierig sein wollen und mich kontaktieren mögen!

Eine schöne Woche!

Wozu ist die Klangwoge gut? Eine Antwort und eine Übung

Zum Beispiel hilft sie bei der Ressourcenfindung. Also bei dem, was Körper und Geist stärkt und unterstützt. Das, wobei wir uns auf uns verlassen können, was wir an uns mögen und schätzen.

Zu Beginn einer Therapie oder Beratung fällt es den meisten, die zu mir kommen, schwer, sich ihrer eigenen Ressourcen bewusst zu sein. Manche sagten sogar, so etwas hätten sie gar nicht.
Einfacher ist es oft, äußere Hilfen zu herauszufinden, Aktivitäten oder auch Genüsse, die gut tun und die dafür nützlich sein könnten, die eigenen Ziele zu erreichen und sich wieder wohler in der eigenen Haut zu fühlen.

Allein – das Wissen darum genügt oftmals nicht, diese Hilfen auch für sich zu nutzen. Wann war der letzte Spaziergang, das letzte genüssliche Bad oder der letzte Besuch einer Sauna? Haben wir, als der Impuls, zum Sport zu gehen oder zum Yoga, diesem „nachgegeben“, oder war wieder irgendwas anderes wichtiger?
Wieviel können wir uns gönnen, wenn es doch so viel zu tun gibt?

Und wie oft haben wir stattdessen lieber Ablenkung gesucht, wenn wir erschöpft waren?

Die Liege hilft, den Körper auf angenehme Weise zu spüren, wir schweben auf leichten Vibrationen mit der Musik und können eine Reise durch unseren Körper unternehmen. Wir bemerken: Es gibt diese Stellen, die fühlen sich gut an! Wir hatten seit Tagen vielleicht nur noch den verspannten Nacken im Bewusstsein.

Wir bemerken, es gibt da auch Stellen, die schreien Alarm, sie benötigen mehr Beachtung. Das Knie sagt, hey, du könntest freundlicher mit mir umgehen! Mach das nächste Mal öfter Pause bei der Gartenarbeit! Die Narben des Lebens sagen, hey du könntest mich mal weniger ignorieren, eine Ölmassage ist gut für Dich und für mich, diesen verdrängten Teil von Dir! Der Bauch könnte sagen: Hier so entspannt zu liegen, das tut mir wohl! Das Herz könnte sagen, hey lass mich auch mal wehmütig sein, es gehört doch zum Leben dazu!

Und wenn wir so merken, wie es ist, den ganzen Körper in dieser Weise zu bewohnen, uns selbst zu bewohnen, dann können wir uns auch hineinträumen in die Dinge, die wir vergessen hatten: Mal wieder einen Besuch machen oder einladen, wie wäre das? Ein Bild malen, ein Konzert hören, Tagebuch schreiben… Was brauche ich aktuell gerade? Wie kann ich es mir verschaffen?

Was kann ich doch alles, bei allem, was vielleicht zurzeit schwerfällt! Mein Kopf zum Beispiel hat dafür gesorgt, dass meine Beine mich hierher getragen haben, wo ich Veränderung finden kann, hin zu dem gewünschten Erleben, zu Lebendigkeit, zu Präsenz im Hier und Jetzt.

Wir können erkennen: Das Ergebnis unserer Ressourcenfindung ist gar nicht so mager, wie wir es uns weismachen wollten. Vielleicht braucht es Zeit, das alles wieder zu leben, was in uns steckt und wovon wir dachten, wir hätten es verloren.

Das soll die Liege machen? Nein, das wäre ja Mumpitz zu behaupten! Sie ist nur ein Ort, wo solches leichter passieren kann als an einem Ort, an dem wir für gewöhnlich arbeiten, fernsehen, ein Bier trinken oder auf den Laptop starren.
Auch bei mir in der Praxis mag es einen Unterschied machen, ob Sie mit dem verspanntem Rücken, der Sie seit Tagen quält, mir gegenüber sitzen, angestrengt, bemüht um die „richtige“ Antwort, oder ob Sie sich entspannt hinlegen und bemerken, es geht nicht um Richtig oder Falsch, es geht ums Hin-Spüren.
Ein Unterschied, ob Du mir mit Deiner verborgenen Scham gegenüber sitzt, die Dich ebenso quält und die ich nicht gleich sehen soll – oder ob Du, ganz bei Dir, bequem liegst, sanft schwebend den Blick schweifen lässt und dann die Augen schließt.

Manche meiner therapeutischen Vorschläge werde ich nicht machen, so lange Sie sich Ihrer Ressourcen nicht bewusst sind, solange Du Dir deiner Ressourcen nicht bewusst bist und solange sie nicht gesichert zur Verfügung stehen. Du brauchst die stärkenden inneren Bilder, zum Beispiel die eines inneren sicheren Ortes! Das gilt vor allem für EMDR, aber nicht nur. Es ist eine ganz andere Geschichte, sich schlimmen Erinnerungen oder auch Befürchtungen zu stellen, wenn wir um diese unterstützenden Bilder wissen, als wenn wir uns dem Beängstigenden ungeschützt aussetzen.

Es geschieht eine Musterunterbrechung, wenn wir auf der Liege den Körper wahrnehmen und ihm Zuwendung geben durch Achtsames Hin-Spüren und dem Atem folgen.

Manche Menschen haben es schwer, im Gespräch auf Fragen zu ihrem Befinden zu antworten, so Aug in Aug mit der fragenden Person. Schwupp, Blockade, ich kann gar nicht antworten! Es soll schon vorgekommen sein, dass jemand gar nicht sprechen mochte. Es könnte dieser Person geholfen haben, in angenehmer Position achtsam zunächst auf sich zu schauen, bevor sie in Erzählen kommt.

Es lohnt sich, es auszuprobieren!

Aber da wahrscheinlich gerade keine Klangwoge dort ist, wo Sie sind, wo Du bist, soll es doch zumindest eine kleine Übung geben:
Dem Körper zuhören als Hilfe zur Selbstregulation (erstmal aufmerksam lesen, dann ausführen, wird nicht alles gleich erinnert während der Übung, macht das nichts, es gibt ja ein weiteres Mal!)

  1. Im Sitzen, Liegen oder Stehen (letzteres ist nur kurz möglich) spüren aller Teile, die Kontakt mit der Unterlage oder dem Boden haben. Das eigene Gewicht wahrnehmen. Freundlich, so ist es.
  2. Dem Atem freundlich folgen.
  3. Den Körper scannen, von unten nach oben oder von oben nach unten, ganz nach Geschmack, ohne Bewertung, nur wahrnehmen. Temperaturunterschiede? Unterschiedliche Anspannung? Nur wahrnehmen.
  4. Umfahren der gesamten Außenhaut mit der Aufmerksamkeit. Ein Bild des eigenen Umrisses entstehen lassen, alles ist in Ordnung, was auftaucht.
  5. Nach innen wandern, als könnten die tief in den Augenhöhlen liegenden Augäpfel nach innen schauen. Wo erwacht die Aufmerksamkeit? Verweilen, Unterschiede bemerken, weiterwandern.
  6. Taucht ein Gefühl auf, es ist in Ordnung, es darf sein.
  7. Taucht ein Gedanke auf, es ist in Ordnung, er darf sein.
  8. Vergewisserung: Ich bin mehr als dieser Gedanke. Ich bin mehr als dieses Gefühl. Da ist ganz viel von „noch mehr“ in mir!
  9. Begrüßung dieser Erkenntnis, Würdigung dieser kleinen Reise.
  10. Dem Atem folgend langsam die Umwelt wieder wahrnehmen, auftauchen.
  11. Womöglich Erfrischung spüren.

Eine gute Woche!

Psychisch aus der Spur – und kein Therapieplatz über die Krankenkasse?

Immer wieder erreichen mich Anrufe von Menschen, die nach Hilfe suchen, weil es ihnen psychisch schlecht geht und sie festgestellt haben, dass sie mit ihren bisherigen Mitteln zur Bewältigung nicht mehr weiter kommen.

Manche sind über therapie.de auf mich aufmerksam geworden, haben diese Therapeutenliste zum Beispiel von ihrem Hausarzt bekommen, andere haben mich über die Suche im Internet gefunden.

Leider kann ich nicht in jedem Fall Hilfe anbieten, denn ich kann als zur heilkundlichen Psychotherapie zugelassene Therapeutin nicht mit den Krankenkassen abrechnen. Nicht jede/r möchte oder kann die Kosten selbst tragen. Wenn gewünscht, gebe ich am Telefon Hinweise, worauf bei der Suche nach einem von der Kasse finanzierten Platz zu achten ist oder gebe Kontaktdaten von möglichen Anlaufstellen weiter, soweit ich sie habe.

Manchmal biete ich an, zur Überbrückung einige Termine bei mir zu vereinbaren, aber parallel weiter nach einem kassenfinanzierten Platz zu suchen. Denn leider ist die Suche nicht immer so rasch wie gewünscht erfolgreich.

Nun habe ich beschlossen, hier gelegentlich Internet-Adressen zu veröffentlichen, bei denen Hilfe zur Selbsthilfe angeboten wird. Ich tue dies nur dann, wenn ich den Eindruck habe, eine seriöse und empfehlenswerte Adresse gefunden zu haben.

Ich weise allerdings ausdrücklich darauf hin, dass ich weiterhin der Ansicht bin, ein Kontakt von Mensch zu Mensch sei immer vorzuziehen! Auch schließe ich jegliche Haftbarmachung aus, im Falle dass es über diese Adressen zu Erlebnissen kommen sollte, die als schädigend empfunden werden.

Dadurch, dass ich mich über die Jahre fortlaufend mit den Themen der psychischen Beeinträchtigungen und möglicher Hilfen befasst habe, komme ich vielleicht eher an solche Infos als ein akut hilfesuchender Mensch. Das ist hierbei mein Ansatz – und nur das.

Heute zwei Internetadressen des UKE:

  • Alkoholkrankheit

Das Suchtproblem angehen, Material zur Selbsthilfe, Methode der Assoziationsspaltung bzw. Entkoppelung von Reizen und Reaktionen

Quelle: Steffen Moritz & Birgit Hottenrott, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE)

Webadresse: https://clinical-neuropsychology.de/reduktion_des_suchtverlangens/ Stand 16.02.2020

Dort:  Download pdf, 41 Seiten. Nach Deckblatt, Vorwort, Bitte um Spende sind dort Informationen und konkrete Anleitungen zur Selbsthilfe mit Illustrationen zu finden.

  • Zwangsgedanken

Behandlungstechnik zur Reduktion der Intensität und Auftretenshäufigkeit von Zwangsgedanken 

Bitte beachten: Die Technik ist für folgende Personen aus der Sicht der Autoren nicht geeignet:

a) Menschen, die ausschließlich Zwangshandlungen ausführen, d.h. keinerlei vorausgehende Zwangsgedanken erleben (z.B. exzessives Waschen ohne besondere Sorge bezogen auf Verkeimung oder Ekel).

b) Menschen, die nicht zumindest teilweise die Übertriebenheit ihrer Gedanken erkennen. Betroffene, die von der Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit ihrer Gedanken und Handlungen überzeugt sind, werden von dieser Methode, so die Autoren, aller Voraussicht nach nicht profitieren.

Quelle: Prof. Dr. Steffen Moritz & Prof. Dr. Lena Jelinek Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE)

Webadresse: https://clinical-neuropsychology.de/manual_assoziationsspaltung_deutsch/ Stand 16.02.2020

Dort: Download pdf, 25 Seiten. Nach Deckblatt, Vorwort, Bitte um Spende sind dort Informationen und konkrete Anleitungen zur Selbsthilfe mit Illustrationen zu finden.

Einige Worte zu der dort vorgestellten Methode:

Die einführenden Informationen in den pdf helfen, sich zu orientieren, ob Sie richtig gelandet sind, Du richtig gelandet bist. Sind Sie , bist Du wirklich von diesem Problem betroffen?

Sie werden, Du wirst auch merken, ob der Text so geschrieben ist, dass du ihn gut verstehst, Sie ihn gut verstehen.

Bei Unsicherheit in einem der beiden Fälle schlage ich vor, mit einem Arzt des Vertrauens das Gespräch darüber zu suchen und / oder weiter nach einem Therapieplatz zu suchen.

Sehr kurz gefasst geht es darum, die Möglichkeiten der inneren Bilder und Gedanken zu erweitern, zu ergänzen, und zwar mit Bildern und Vorstellungen, die von Ihnen / von Dir als positiv oder eher neutral angesehen werden. Die Vorstellung dazu entspricht einem Fächer: Aufgespannt findet sich viel mehr in Ihnen, in Dir, als Deine / Ihre Zwangsgedanken bisher vorgespiegelt haben. Du kannst, Sie können die bisherigen Gedanken gelassener sehen, so, als würden Sie, würdest Du einen Schritt zurücktreten und betrachten: Aha, so also spielt sich das alles bisher in mir ab, und nun sehe ich darüber hinaus auch das und das und das…

Ein Korn war vielleicht in seiner Bedeutung bisher sehr eng geführt in Richtung Schnaps? Naja, es ist auch ein Samenkorn, Getreide, es reimt sich auf Horn … Das alles schön bebildert, so wie in diesem pdf kann auch Vergnügen bereiten!

Anstecken hieß bisher, sich anzustecken? Also Gefahr? Mit den entsprechenden Gedanken, wie die Gefahr zu bannen wäre? Naja, auch eine Anstecknadel kann im inneren Bilderreich auftauchen, Gähnen ist ansteckend …

Es geht nicht darum, sich etwas von den eigenen Gedankenverbindungen übelzunehmen, zu unterdrücken oder nun angestrengt zu versuchen, Altes durch etwas Neues zu ersetzen. Es geht vielmehr darum, zu erleben, dass die Möglichkeiten viel, viel zahlreicher sind, Gedanken und Bilder sich auch ganz anders koppeln können als bisher. Neu entdeckte Gedanken schwächen einfach durch ihr Erleben die bisherigen, die nicht zur Gesundheit beigetragen haben. Das ist die Behauptung, die in Studien erforscht und bestätigt wurde, so die AutorInnen.

Bei einem selbstschädigenden Alkoholkonsum setzt die Methode am Trinkverlangen an. Ob eine körperliche Therapie zudem oder auch zuvor nötig ist, solltest Du, sollten Sie mit Ihrem/Deinem Arzt besprechen!

Sich damit zu beschäftigen, was dort geschrieben steht, regt Sie, regt Dich möglicherweise dazu an, Mut zu fassen, dass eine Veränderung möglich ist.

Das würde mich für Dich, für Sie freuen!

Eine gute Woche!

Meine Mittellinie finden, präsent sein

“Meine Mitte finden”, dazu habe ich lange keinen konkreten Zugang finden können, ich hatte kein für mich stimmiges Bild, wo im Körper die sein könnte. Anders ergeht es mir mir der Vorstellung meiner “Mittellinie”. Diese spüre ich ganz deutlich, wenn ich sie während einer Gleichgewichtsübung benötige. Kann ich sie nicht finden, habe ich keinen sicheren Stand, fühle mich nicht ausreichend mit dem Erdboden verbunden, wackele.

In der Selbstverteidigung begegnet mir ebenfalls die Aufgabe, meine Mittellinie zu finden: Sie zu spüren, ihrer bewusst zu sein, ist bei einigen Übungen eine notwendige Voraussetzung für Standfestigkeit, ist bei vielen Körperhaltungen für den bestmöglichen Schutz grundlegend, ebenso bei der jeweils besten Verteidigungsposition und Abwehrhaltung, ergibt eine klare Außenwirkung: “Stopp!”
Soweit das Thema im Falle des Angegriffen-Werdens.

In Feldenkrais-Kursen lernte ich, ein verbessertes Gespür für meine Körperhaltung zu entwickeln, wobei es auch um innere Haltung ging. Feldenkrais ist nicht nur ein Körpertrainig, um zum Besispiel Schmerzen zu lindern, es geht weit darüber hinaus. Es schult die Selbstbeobachtung mit dem Ziel, die Lebensumstände zu verbessern: Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Bewegen sind laut Moshe Feldenkrais miteinander vernetzt, Bewegung sei Ausdruck der ganzen Person. In den Übungen möge spielerisch experimentiert werden, jede Übung nur so intensiv, wie es angenehm ist. So findet die / der Übende den stimmigen individuellen Körperausdruck, der sich richtig anfühlt und der sich anderen mitteilen kann.

Hierzu eine Mittellinienübung:
Sich locker hinstellen, die Beine leicht auseinander stellen. Mit beiden gestreckten Armen und Händen wird die Mittellinie des Körpers beschrieben, indem ein Arm nach unten zeigt, einer nach oben. Mit der inneren Orientierung an Nase, Brustbein und Bauchnabel, entlang den Körperseiten, werden die Arme nun gegenläufig nach oben und unten geführt, langsam und locker, bei gleichzeitig deutlicher Streckung in den Armen. Die Augen verfolgen die Bewegungen, bis hinauf zu den Fingerspitzen und wieder hinab. Mal mehr den Focus auf die Aufwärtsbewegung, mal mehr auf die Abwärtsbewegung lenken, beide Arme gleichermaßen beobachten, die Mittellinie spüren.

Eine weitere Übung, diese fernöstlich inspiriert: Wenn der Stand sich gut anfühlt und der Boden unter den Füßen gespürt wird, dem Atem auf seinem Weg folgen.
Dann kurz den Scheitelpunkt antippen, die Mitte der Stirn berühren, die Nasenspitze, Brustbein, Solarplexus, Nabel, dann etwa zwei Finger breit unterhalb des Nabels. Diesen letzten Bereich mit beiden Händen berühren, den Atem dorthin führen. In der Vorstellung eine Linie im Innern des Körpers vom Scheitelpunkt bis in den unteren Bauchraum ziehen, sich diese mit Farben anreichern, in sich hinein lächeln. In der Vorstellung wandern, hinauf und hinab dieser Linie, bis sie körperlich empfunden wird.
Dann leicht und behutsam um diese Linie herum den Körper drehen, nicht weit, nur ein wenig.
Zur Ruhe kommen. Nach einer Weile bewusst aufrichten und die Übung beenden.

Die folgende Übung entnehme ich – mit einigen eigenen Aktzenten – dem Buch “Somatische Psychotherapie” von Manuela Mischke-Reeds, sie heißt “Um die Mittellinie segeln”. Wir können uns ein Segelboot vorstellen, das um einen Orientierungsstab im Wasser herum kreuzt, vielleicht eine Fahrrinnenmarkierung. Wir müssen nicht wissen, wie man kreuzt, unser Boot kann dies ganz mühelos ohne unser Zutun. Wir stellen uns die gleitenden Kreis-Bögen um den Orientierungsstab im Wasser herum einfach vor.
Nun kann es sein, dass unser Boot doch einmal vom Kurs abkommt, vielleicht eine überraschende Windböe, eine stärkere Welle. Nun braucht es unsere Hilfe.

Dazu stehen wir wieder locker und gut mit dem Boden verbunden, die Füße nebeneinander, nur leicht voneinander entfernt, schließen die Augen und lassen vor unserem inneren Auge diesmal eine Linie vom Scheitelpunkt bis hinunter zu den Füßen entstehen.
Nun stellen wir uns vor, “vom Kurs abgekommen zu sein”. Wir sagen es laut: “Ich bin vom Kurs abgekommen!” Wir achten darauf, wo und in welcher Weise wir das im Körper spüren. Wir haben möglicherweise eine Idee, wodurch wir vom Kur abgekommen sind. Auch das sprechen wir laut aus: “Ich bin vom Kurs abgekommen, weil…” Wenn da nichts auftaucht, macht das nichts.
Nun zentrieren wir uns neu:
Mit dem rechten Arm oder dem linken zuerst, das ist nicht wichtig, drehen wir einen vor uns ausgestreckten Arm so, dass die Handfläche zum anderen Arm zeigt. Ausatmend überqueren wir unsere Mittellinie in Richtung des anderen Arms, soweit, wie es sich gut anfühlt. Zurück in der Ausgangsposition lassen wir den Arm sinken und wiederholen die Übung mit dem anderen Arm. Wir achten auf das Ausatmen beim Überqueren der Mittellinie.
Wiederholend spüren wir Veränderungen, mit jeder Wiederholung mag etwas neu zu spüren sein. Bin ich fokussierter? Stehe ich sicherer? Das sprechen wir nun auch laut aus, wenn es geschieht. “Ich stehe sicher.”
Nach einer Weile gehen wir zu unserem inneren Bild des Segelbootes. Wir beobachten, wie es ruhig und gleichmäßig seinem Kurs folgt.

Erlauben Sie sich, erlaube Dir alle inneren Bilder, die kommen mögen! Versuche nicht, etwas zu erzwingen!

Eine zentrierte Woche!