Gehirn verstehen 1

 „Der bekannte Hirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer erläutert, wie unser Gehirn konstruiert ist, wie Gefühle wirken, Wahrnehmung und Denken funktionieren, wie der Mensch im Schlaf lernt und dass man selbst im Alter noch weise werden kann.“ So lautet es im Begleittext der Online-Veranstaltung “Herz und Gehirn / Körper und Geist”, die das Auditorium Netzwerk seit heute präsentiert. Das Video, von dem ich hier berichte, ist der Sendereihe “Geist & Gehirn” von BR-alpha, dem Bildungskanal des Bayerischen Rundfunks, entnommen. Ich wies vor einigen Tagen bei facebook auf diese Veranstaltung hin und möchte in loser Folge hier etwas davon teilen. Der folgende Text gibt seinen Vortrag an vielen Stellen wörtlich wieder, aber nicht in allen, und hier und da lasse ich etwas aus. Ich verzichte daher meistenteils auf die Zeichen für wörtliche Rede.
Heute lesen Sie den Teil: „Großmutterneuronen“ – schon der Titel ist typisch Spitzer. Ich zitiere ihn mit seiner Art zu sprechen, bin also weniger „schriftlich“. Versuchen Sie, ihm beim Lesen „zuzuhören“! Viel Spaß!

„Guten Tag, meine Damen und Herren, es geht um Ihr Gehirn!“ So beginnt Spitzer und bemerkt, früher hätte man ja vor allem in der Hirnforschung gelernt, was auf keinen Fall zuträfe. Er sagt:

Wir haben damals gelernt, in der Psychologie, dass es Großmutterneuronen wirklich nicht gibt. Wir haben diese Theorie gelernt, um zu lernen, wie visuelle Wahrnehmung nicht funktioniert. Sie funktioniere nicht so, dass zunächst in einem Bereich die Informationen, sozusagen wie Pixel, von den Augen in die unteren Bereiche des Gehirns, ins visuelle System hinein gingen, und in anderen Bereichen, nämlich denen der Gehirnrinde, bestimmte Aspekte des Gesehenen verarbeitet werden, indem bestimmte Neuronen dafür zuständig seien.
Es wurde gelehrt, es gehe zunächst um die Identifizierung von Ecken und Kanten, um Richtungen, Bewegungen, Farben. Anschließend würden diese Informationen kombiniert, es würden immer komplexere Dinge identifiziert, es würden zum Beispiel Gesichter, zum Beispiel Objekte, zum Beispiel Landschaften identifiziert. Wichtig ist, dass wir damals gelernt haben, dass auf keinen Fall Wahrnehmung so funktioniere, dass hier die Pixel hinein gingen, und dann weiter oben die Bereiche nicht mehr nur für Ecken und Kanten zuständig seien, sondern um mehr, zum Beispiel für die eigene Großmutter. Das Großmutterneuron war also damals eine Karikatur. Die stand dafür, wie es nicht funktioniert. Dass nämlich nicht in der Großhirnrinde ein Neuron funke, wenn meine Großmutter vor mir steht und mich anlacht.

Wir sind heute einige Jahrzehnte weiter. Natürlich funktioniert Wahrnehmung genauso, wie wir vor 30 Jahren gelernt haben, dass sie nicht funktioniere. Woher wissen wir das? Man hat schon vor etlichen Jahren die Möglichkeit gehabt, bei einzelnen Affen einzelne Nervenzellen abzuleiten und genau zu schauen was treibt die um, wann gehen die an? Dafür gabs einen Nobelpreis in den Achtzigern. Am Anfang des Sehsystems gibt es Nervenzellen, die sind tatsächlich für Ecken und Kanten zuständig. Wie es weiter oben sein würde, das hat man lange Zeit nicht genau gewusst, also, wie es denn ist, wenn die Nervenzellen immer spezieller werden. Ja, dann war das irgendwann mal möglich. Dann hat man nämlich die geniale Idee gehabt, wir zeigen Affen mal Gesichter. Es stellte sich heraus, es gibt tatsächlich in höheren Zentren, die sitzen irgendwo da rechts oben, da gibt es tatsächlich Nervenzellen, die werden aktiv, wenn der Affe ein einzelnes Gesicht sieht. Das Spannende ist jetzt, der kann das Gesicht von vorne sehen, oder von der Seite oder von der anderen Seite, und diese eine Nervenzelle geht an, bei einem ganz bestimmten Gesicht. Die Nervenzelle steht also offensichtlich nicht für irgendeine bestimmte Geometrie. Sie steht für Eigenschaften des Objekts, steht für etwas Höherstufiges, Abstraktes. Für diese Person, da, deren Gesicht, von wo auch immer betrachtet, so aussieht.

Das war damals sehr spannend und man hat sich überlegt, wie ist denn das bei Menschen? Bei Patienten, bei denen man sowieso genau schauen wollte, weil man da operieren musste, zum Beispiel weil da ein Tumor war, wollte man schauen in bestimmten Bereichen des Gehirns, wofür welche Nerven denn zuständig sind. Da hat man einen guten Grund gehabt, sich das Gehirn ganz genau anzuschauen und eben auch beim wachen Patienten das Gehirn zu charakterisieren und in bestimmten Bereichen des Gehirns nachzuschauen, wofür einzelne Nervenzellen stehen.
Und jetzt gab die wirklich große Überraschung: Zum Beispiel hat man gefunden, dass aus der Seifenoper „Friends“, mit x Folgen mit immer mit den gleichen Schauspielern, die Schauspielerin Jennifer Aniston, von vorne, von der Seite gezeigt, dass da bei einem Patienten ein Neuron gefunkt hat. Das war für Jennifer Aniston zuständig, also ein Jennifer-Aniston-Neuron. Bei einem anderen Patienten hat man eins gefunden, das war für die Schauspielerin Halle Berry zuständig, auch wieder von verschiedenen Perspektiven angeschaut. Wenn diese Schauspielerin dran war, dann ging das Neuron an.
Es geht nicht nur um Großmütter, nicht nur um Schauspielerinnen, nicht nur um einzelne Gesichter, es gilt auch für Objekte. Welche Objekte nehme ich denn? Die wirklich jeder kennt und mit denen wirklich jeder irgendwie mal zu tun gehabt hat, die sozusagen bei jedem Menschen neuronal repräsentiert sind. Den Eiffelturm kennt jeder, es gibt andere Dinge, zum Beispiel auch das Opernhaus in Sydney.  Das Ding kennt einfach jeder, weil die Architektur so besonders ist, weil es ja auch so viel Geld gekostet hat, weil man es schon wieder renoviert hat und so weiter und so weiter. Jeder, der das sieht, der weiß gleich, was das ist und er kann das auch von woanders sehen, obwohl es dann ganz anders aussieht, man erkennt es. Die Objekteigenschaften sind jedes Mal vollkommen anders, und das ist wichtig, worauf das Neuron anspricht, ist also nicht irgendwelche „Dreieckshaftigkeit“ oder „Großsegelhaftigkeit“ oder „Gebäudehaftigkeit“ – das Neuron spricht an auf Sydney Opera House.

Und folgendes kann man beim Affen nicht machen. Man konnte es aber beim Menschen machen: Sie können auch einfach nur Sydney Opera hinschreiben. Das gleiche Neuron geht wieder an. Wir haben also hier tatsächlich mit Nervenzellen zu tun, die stehen nicht für irgendwelche Wahrnehmungseigenschaften, sondern die stehen für das ganz Allgemeine, was wir aus der Pixelsauce machen, die von den Augen kommt, und in unser Gehirn reingeht. Was wir draus machen – das finden wir tatsächlich in einzelnen Nervenzellen.
Das heißt nun nicht, dass nur dieses einen Neuron aktiv wäre. Wenn wir zum Beispiel an das Sydney Opera House denken:  Die Information, die in vielen Kanälen hineingeht und die dann da oben zusammenläuft, von der wissen wir ja, dass diese Information von da oben auch wieder runter gefüttert wird unser Eingangsbild. Es handelt sich nicht um Einbahnstraßen, sondern um 2-Wege Verbindungen. Das heißt, wenn von unten die Information hoch geht: Achtung, da ist eine Kante, dann kommt von da oben die Informationen zurück: Achtung, da hat ne Kante zu sein! Sofern das, was ich erkannt habe, es möglicherweise auch ist. Das heißt, die oberen Bereiche, die geben die Kanten zurück und die unteren geben die Kanten hoch, und dann gleichen sie sich ab und kriegen so raus aha, hier sieht das so aus und muss so aussehen. Das ist ganz wesentlich, denn nur durch dieses Hin und her der Informationen kommt es tatsächlich zustande, dass wir auch so schnell und so gut wahrnehmen, wie wir wahrnehmen.

Wenn ich nun an sowas denke oder auf den Schriftzug anspringe, oder ich so etwas wahrnehme, dann geht es nicht darum, dass dieses eine Neuron angeht, sondern es geht dann die ganze Kaskade von den Einzelheiten, von der Farbe, von vielleicht der Bewegtheit von bestimmten Umrissen, bis zu dem zuständigen Neuron und auch wieder runter.
Da ist natürlich nicht nur ein Neuron, da sind Hunderttausende von Neuronen drum herum. Wir haben gute Gründe zur Annahme, dass diese Neuronen so angeordnet sind auf der Gehirnoberfläche, dass ähnliche Repräsentationen nebeneinander liegen. Haben Sie ein Neuron, das für Jennifer Aniston zuständig ist in einer ganz bestimmten Hinsicht, dann ist vielleicht daneben eins, das für diese Schauspielerin in anderer Hinsicht zuständig ist. Wir haben eine ganze Reihe, wir haben eine Population von Neuronen, die für diese Schauspielerin oder jene oder für Ihre Großmutter zuständig sind.

Gibt es also Großmutterneuronen? Die Antwort heißt zunächst mal ganz klar JA. Es ist aber nicht so, dass Ihre Wahrnehmung von irgendeiner Sache nur in der Aktivierung eben dieses einen Neurons bestünde, sondern die Wahrnehmung besteht in der Aktivierung der ganzen Kaskade, die aber in dem Neuron zusammenläuft und gewissermaßen von dem Neuron auch zusammengehalten wird.
Und man hat tatsächlich herausfinden können, wie clever diese Großmutterneuronen sind, also diese Neuronen, die für etwas ganz Bestimmtes stehen: Man hat nämlich von der Schauspielerin, die mit ihrer Ehe Probleme gehabt hat und mittlerweile ja geschieden wurde, Bildchen gezeigt. Mit einer anderen Schauspielerin aus der Sendung gezeigt, ging das Neuron an, denn auf dem Bild war ja die Schauspielerin. Dann hat man ein Bildchen gezeigt von der Schauspielerin mit ihrem Ex-Mann Brad Pitt. Das Neuron ging nicht an. Das Neuron war also über die neusten Entwicklungen aus der Regenbogenpresse bestens informiert.
Sie sehen, es geht hier wirklich nicht nur um Wahrnehmung oder um Aspekte von Wahrnehmung. Es geht hier um Aspekte von Bedeutung, und es geht darum, dass wir hier einen fließenden Übergang haben von den Dingen, die von unten herein gehen, ins Wahrnehmungssystem, immer hochstufiger werden bis zu Neuronen, die wirklich für ein einzelnes, Abstraktes, für die bestimmte Person oder das bestimmte Objekt stehen, und das gesamte Hin und Her, die gesamte Hirn-Interaktion, die machen letztlich die volle Wahrnehmung aus.

Glückwunsch, Sie haben durchgehalten! Eine schöne Woche!

Bauchladen für Therapie?

Vor einiger Zeit schrieb ich darüber, dass ich es problematisch finde, mit einer fertigen Diagnose in den therapeutischen Prozess zu gehen.
https://heilpraxis-psychotherapie-roderwald.de/diagnosen/ (Bitte in den Browser einfügen, falls Anklicken nicht funktioniert! )
Ich ziehe es vor, diese Diagnose auf jeden Fall mit Ihnen gemeinsam zu ermitteln. Dass wir uns nicht falsch verstehen: Ich möchte nicht Menschen aus Ihrem privaten Umfeld oder Fachleute herabwürdigen, indem ich etwa sage, das stimme gar nicht, was diese herausgefunden haben. Auch sind Sie möglicherweise mit Hilfe von Literatur zu einer Selbstdiagnose gekommen, die Ihnen sogar Halt gibt. Aber damit ich mit Ihnen arbeiten kann, brauche ich mein eigenes Bild, bei dem Sie mir helfen, es sichtbar zu machen. Wir arbeiten dann auf einer transparenten Grundlage miteinander.

Ebenso empfinde ich es als wenig hilfreich, wenn jemand mich etwa so fragt: „Machen Sie Hypnose, Sie machen doch Hypnose, und Sie machen doch EMDR? Da hat mir jemand gesagt, das hilft. Können Sie das bei mir machen?“  Auch hier verstehen Sie mich nicht falsch: Es kann durchaus sein, dass diese Idee genau die richtige ist. Und genau hierfür möchte ich mir mein eigenes Bild machen. Mit Ihnen gemeinsam.
Es ist ja menschlich sehr verständlich, wenn Sie hoffen, nach einer oder zwei Hypnosesitzungen geht es Ihnen besser. Manch eine_r verspricht das. Eine seriöse Heilpraktikerin, ein seriöser Heilpraktiker wird das nicht tun. Denn zu Anfang steht immer eine Bestandsaufnahme, eine Feldbegehung, vielleicht sogar eine Diagnose.  Haben Sie manchmal schon beim Hausarzt oder der Fachärztin gedacht „Der hat mich gar nicht richtig untersucht, er hat mir gleich eine Tablette verschrieben.“ oder „Die wusste gleich, was ich habe, ich kam gar nicht zu Wort!“ Wäre es nicht ebenso seltsam, wenn ich sagen würde: „Sie haben also Schlafstörungen und Ängste, da machen wir das und das. Da nehmen wir mal die Hypnose.“ oder „Ach, Sie hatten ein Trauma? Na, dann machen wir EMDR, das ist ja der Standard.“
Ich möchte so nicht arbeiten. Wir werden in den ersten Sitzungen herausfinden – manchmal dauert es nur einen, manchmal dauert es mehr Termine – was genau Ihre Ziele sind. Natürlich möchten Sie gerne, dass es Ihnen besser geht. Was genau heißt das, „besser“?
Was belastet Sie? Das möchten Sie wahrscheinlich loswerden. Manchmal ist Loswerden gar nicht die Lösung. Sondern eine andere innere Einstellung. Manchmal ist Loswerden genau das Richtige, wenn es darum geht, sich nicht länger von etwas beherrschen zu lassen.
Haben Sie auch eine Idee davon, was Sie stattdessen mehr erleben möchten? Was Sie wieder stärker in Ihrem Leben empfinden möchten? Was hat Sie bisher gestützt und geschützt? Woran wollen Sie anknüpfen? Auch das gehört dazu. Die Zielbestimmung heißt nicht nur, etwas solle nicht mehr sein oder nicht mehr so viel oder nicht mehr so stark, sondern auch etwas anderes soll wieder mehr Raum bekommen. Vielleicht sogar etwas Neues sich entfalten können. Es ist ein gemeinsamer Prozess.
Sie berichten mir, wenn es Ihnen wichtig ist, was Ihnen bereits von anderen geraten wurde. Und wir werden das kritisch prüfen. Sie berichten mir, worunter Sie leiden. Das soll beides durchaus seinen angemessenen Platz finden. Und Sie sagen mir etwas über Ihre Ziele.
Gemeinsam können wir zu einem Schluss kommen, was Ihnen vermutlich am besten helfen kann. Vielleicht brauchen Sie einfach mehr Gespräche, mehr Raum dafür, sich einmal mitzuteilen, in einem Umfeld fernab von Ihren Verstrickungen? Und vielleicht ergibt sich ein neuer Auftrag an mich, aus diesem Gespräch heraus. Sie wollen sich auf einen längeren Weg machen, nachhaltig wirksam? Herausfinden, wie Sie ticken und wo Sie etwas verändern möchten? An Ihren inneren Einstellungen arbeiten?  Therapie ist keine Zauberei, und um es ganz polemisch zu sagen: Es ist kein Bauchladen. Wo jemand reingreifen könnte und sagen „Das gefällt mir, das machen wir, das nehme ich.“

Ich würde es nicht verantwortungsvoll finden, so zu arbeiten. So aber schon: Wir bestimmen gemeinsam den Weg und den Prozess. Wir gucken immer wieder drauf, wie läufts, wo wollen wir uns gegebenenfalls neu entscheiden? Menschen sind verschieden, keiner gleicht dem anderen. Traumata sind verschieden, keines gleicht dem anderen. Ängste sind verschieden. Sehr verschieden. Auch in der Ursache. Und die gilt es zu ermitteln.
Vielleicht haben Sie auch über den Arzt, die Ärztin gesagt: „Früher haben die erst eine richtige Diagnose gestellt. Heute geht das zack zack, und dann ist schon die Lösung da.“ Manchmal hilft’s zufällig, es sei allen Beteiligten gegönnt, dass es geklappt hat.

Bevor jetzt jemand böse mit mir ist: Natürlich gibt es auch ganz, ganz andere Ärzte und Ärztinnen. Die sich Zeit nehmen. Und die auch von Ihnen erwarten, dass Sie keine schnellen Zack-zack-Lösungen akzeptieren, sondern sich mit Ihnen auf den Weg machen, die richtige Methode zur Verbesserung zu finden und dabei in Kontakt bleiben wollen. Bis Ihre Ziele erreicht sind. So möchte ich mit Ihnen auch arbeiten.

Eine gute Woche.

Der Panther, der Tiger, der Löwe: Metaphern

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

Als ich das Gedicht das erste Mal hörte, weinte ich. Bis heute ist es für mich die Metapher für ein zerstörtes Leben. Die Kraft ist anscheinend noch da, sie kann aber nicht genutzt werden, ohne dass es einen Willen dazu gäbe. Der betäubte Wille wiederum benötigt für seine Wiedererweckung eine Vorstellung, ein Bild von dem, wie es anders sein könnte. Es kann auftauchen und in den Körper fahren, der dann zur Aktion bereit sein könnte – wenn es diese Stäbe nicht gäbe. Und da es sie gibt, verglimmt das Feuer, erlischt. Die Seele, das Herz wird nicht erreicht.

Auch Menschen leben auf dieser Erde, denen die gewaltigen äußeren Umstände alles nehmen, was ihnen noch die Möglichkeit gäbe, ihre Kräfte zu nutzen. Deren Leben so aussichtslos ist, dass die inneren Bilder das Herz nicht mehr erreichen können. Diejenigen, denen es besser geht, werden es in der Regel ausblenden, müssen es ausblenden, weil es einfach schlimm ist, sich so eine Existenz vorzustellen und nicht zu wissen, was zu tun wäre. Wir sehen die Tagesnachrichten und sie erreichen unser Herz oft nicht.

Meine Motivation, zunächst als Lehrkraft für Menschen mit besonderen Erschwernissen und nun als Heilpraktikerin für Psychotherapie, für wenigstens ein paar an Leib und Seele Leidende da zu sein, hat vermutlich dort eine ihrer Wurzeln: Im Wunsch, dort, wo es nicht ganz und gar aussichtslos ist, dort, wo es Hoffnung auf die Wiedererlangung der Kräfte und der Wirksamkeit der Vorstellungen gibt, das Meine zu tun. Darin, ein wenig dazu beizutragen, das Leiden in der Welt zu mindern.
Das kann ich nur, wenn ich den Glauben daran behalte, dass es diese Möglichkeit gibt, dass es diese Kraft im Menschen gibt, sich zu befreien und aus den Bahnen auszubrechen, die einmal vorgezeichnet waren, aber nicht für das ganze Leben wirksam sein müssen. Die gemeinsame Suche nach den inneren Bildern, nach der Vorstellung von einem besseren Leben des unter seinen Einschränkungen leidenden Menschen ist es, die mir die Motivation immer wieder aufs Neue gibt, diese Arbeit zu tun. Bei der gemeinsamen Suche werden die Möglichkeiten oftmals nach und nach erkennbar.  

Eine andere Geschichte: Ein Tiger lebt seit seiner Geburt in einem Zookäfig. Er schläft, er frisst, ansonsten läuft er hin und her. Kurze Strecken im engen Käfig. Missgelaunt scheint er zu sein, die Vorübergehenden schaut er an. Diese sehen, was sie sehen wollen, oder aber sie sehen, was sie selbst von sich kennen. Manche_r sieht viel Traurigkeit, andere sehen Zorn, wieder andere Resignation.
Vom Fortgang der Geschichte wird erzählt, wie dem Tiger ein größerer Käfig gegeben wurde, deutlich größer, mit mehr Bewegungsfreiheit. Der Tiger aber läuft genau die Bahnen, die er von vorher kennt. Hin und her, mit eben der Stimmung, die er dabei schon lange hatte, damals im kleinen Käfig.

Manchmal genügt es einem Tiger nicht, nur einen größeren Käfig zu bekommen, um den Impuls für größere Bewegung zu spüren. Was wäre, wenn dieser Tiger behutsam ausgewildert würde, vielleicht in einen weiträumigen Wildpark? Wenn er eine Weile bräuchte, er zunächst seine Angst zu überwinden hätte, dann aber seinen Ort vor dem Auswilderungstransportkorb verließe – könnte er zu seiner Kraft und seiner Wildheit zurückfinden?
Ein hilfesuchender Mensch wird im Verlauf einer Therapie vielleicht bemerken, dass die Lösung nicht innerhalb des inzwischen größeren Käfigs liegt, den er sich mit seinem veränderten Denken anders anschaut als bisher, und in dem er sich auch durchaus befreiter bewegen kann – ihm dies aber nicht genügt, weil das Leiden blieb? Manchmal muss es mehr sein. Manchmal muss es auch die Veränderung im Außen geben.

In der inzwischen durch Bernhard Trenkle schon fast berühmt gewordenen Löwengeschichte verlässt ein Löwe sein angestammtes Revier in der Wüste, wo ihm alles sehr gewöhnlich geworden ist: die fehlende Pflanzenwelt und der ständige Wind, der die Wasseroberflächen der brackigen Wasserlöcher kräuselt. Er kennt es, er ist seiner selbst müde. Er geht fort und je weiter er geht, desto mehr verliert er seine alten Orientierungen aus dem Auge. Noch nimmt er nichts um sich herum wirklich wahr. Er sieht und er sieht nicht.
Endlich bekommt er Durst und wird von dem Duft des Wassers in einem Teich angezogen. Hier am Teich ist es windstill und als er den Kopf zum Wasser beugt, sieht er einen großen starken Löwen im Wasser. Er erschrickt und legt sich unter einen Baum, um zu warten, bis der andere Löwe weg ist. Irgendwann wird er sehr durstig und will den anderen Löwen mit Gebrüll verscheuchen, aber dieser reißt sein Maul furchterregend weit auf. Der Löwe, voll Angst, legt sich zurück unter den Baum. Während er vor sich hin träumt, erinnert er sich wieder daran, wie es damals war, als er noch ein kleiner Löwe war. Wie er versucht hat, Schmetterlinge zu fangen – ohne Erfolg zwar, aber es war egal, wie er Steine umgedreht hat ohne zu wissen, was drunter war und es gab keine Angst, wie sich seine Neugier und Entdeckerfreude immer wieder auf Neues richtete.
Schließlich steht er auf, geht zum Teich und senkt sein Maul ins Wasser, und da war kein anderer Löwe mehr und er trinkt und trinkt, bis sein Durst gelöscht ist.

In dieser Geschichte kehrt der Löwe zwar zurück, er ist aber ein anderer geworden, er sieht und sieht wirklich, hört und hört wirklich, läuft und spürt sich im Laufen. Es ist eine Veränderung geschehen  durch seine Erinnerung an frühere Kräfte, die er vergessen hatte, durch das Wissen darum, dass er nicht in der Wüste bleiben muss, dass es Gegenden mit frischem Wasser und freundlichen Lüften gibt und dass er sich nicht länger fürchtet vor seiner eigenen Kraft als großer Löwe.

Bis es so weit ist, kann es dauern bei uns Menschen. Mit einer Geschichte allein wird es nicht getan sein, bis wir uns an unsere Träume erinnern und unserer Kraft vertrauen. Wichtig scheint mir, ist es den Kontakt zu den inneren Bildern nicht zu verlieren, wie es vielleicht tatsächlich einmal anders war oder es auch nur in unserer Vorstellung als ersehnte Alternative existiert: Damit uns die Kraft in die Glieder fährt und nicht im Herzen verlöscht, sondern wir in Bewegung kommen – aus inneren Käfigen heraus ebenso wie aus äußeren.

Eine gute Woche!

Da sagt jemand glatt: Ich bin dann mal weg!

Da verlassen Menschen eine Situation, die sie so nicht mehr erleben wollen, und eine nicht geringe Menge anderer Menschen ist völlig überrascht, wie es denn so weit kommen konnte…

Tja. Wie? Die Zeitungen schreiben über einen Trainer, der darum gebeten hat, vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen zu werden. Entlassen aus dem Job, entlassen vielleicht aus einem gefühlten Gefängnis? So nach dem Motto: „Lasst mich hier raus!“
Wie kann es so weit kommen?

Wenn ein Trainer unter stetiger Erfolgserwartung steht, aber an für seinen Erfolg wichtigen Entscheidungen nicht beteiligt wird, wenn einer seine Kompetenz schon gründlich bewiesen hat, aber seine Einwände abgetan werden, dann kann es am Ende so weit kommen. Aber ich weiß das genauso wenig wie alle andern, die nicht dabei waren, ob das in diesem Fall so war.

Ich war allerdings dabei, als eine Lehrerin gesagt hat „Ich bin demnächst dann mal weg“, denn diese war ich selbst. Lieber Risiken eingehen und auf Sicherheiten verzichten, als permanent als sinnlos bis schädigend beurteilte Anweisungen umsetzen zu müssen. Lieber, als für die Folgen vor sich selbst und vor anderen geradestehen zu müssen, jedoch keinen Einfluss auf den Prozess eingeräumt zu bekommen. Man mag eine Weile kämpfen, nicht vorzeitig aufgeben, aber irgendwann ist Schluss.

Auch kenne ich Menschen, die in ihrem Arbeitsleben einen beachtlichen Berg an Erfolgen und immer wieder frischen neuen Kompetenzen angehäuft haben, die ihre Vorschläge argumentativ gut untermauern können, analytisch und methodisch top sind, denen dennoch nicht zugehört wird.

Manchen wird zugehört, aber gleich wieder vergessen, was gesprochen wurde. Umgesetzt wird irgendwas anderes. So ist es manchmal in Teams. Kennen Sie / kennst Du den Werbespot, an dem es am Ende heißt „Wir machen das mit den Fähnchen?“ Das Altbekannte, das Naheliegende, das kurzfristig Erfolgversprechende schlägt dabei jede Analyse und jede Argumentation. Manchmal einfach, weil es bequemer ist, erstmal.

Ganz schlimm wird es, wenn Werte niedergetrampelt werden auf einem gemeinsam begonnenen Weg. Werte sind vielen viel mehr Wert als die Leitlinie „Mach Geld, mach mehr Geld!“ So sagt jedenfalls die Forschung, wenn sie Arbeitsmotivation untersucht.

Manche Entwicklung schmerzt regelrecht, man mag es nicht mehr aushalten, dann ist es so weit: „Ich bin dann mal weg.“

Gar nicht selten ist „Schmerz“ wörtlich zu nehmen. Im Widerspruch zu eigenen Erkenntnissen leben und arbeiten zu müssen, kann körperlich weh tun. Zunächst entsteht Stress, der als andauernder Zustand zu Kopf-, Schulter-, Rückenschmerz führt – und nein, es trifft nicht nur die besonders empfindsamen Menschen, es trifft auch die besonders engagierten und leistungsstarken.
Schmerz sei für das Gehirn nur eine besondere Variante von Stress, schreibt Ulrich T. Egle, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, gleich zu Beginn seines Buches „Psychosomatische Schmerztherapie“ Kohlhammer 2020. Die vernetzten Hirnareale für Stressverarbeitung und Schmerz überlappen sich demnach weitreichend.

Während überschaubare und kontrollierbare Stresssituationen über eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems und nach einer Reihe biochemischer Abläufe im Körper eher Lernvorgänge befördern, die zu einem angemessenen Umgang mit der Stresssituation führen können, enden unüberschaubare und unkontrollierbare Stresssituationen im schlimmsten Fall bei bleibenden Schädigungen mehrerer Hirnstrukturen und damit bei Einschränkungen in den Fähigkeiten, einen angemessenen Umgang mit der Situation zu finden. Auch erwachsene Gehirne seien davor nicht gefeit, schreibt Egle. Auch das Schmerzerleben werde beeinflusst, die Schmerzreize würden zunehmend intensiv wahrgenommen.  

Ein Verarbeitungsprozess im Gehirn, der unvernetzt stattfände, bliebe ohne Auswirkungen. Unser Gehirn arbeitet vernetzt, allerdings gibt es besonders bedeutsame Bereiche für die jeweiligen Prozesse. Das wissen wir, weil sich das durch bildgebende Verfahren ermitteln lässt. Egle schreibt über den Bereich, der Insula genannt wird, dass diese eine integrierende Funktion habe, für den inneren Zustand, für die Gesamtverfassung, und er bezog dies auf Stressverarbeitung und Schmerzerleben, auf dem Hintergrund biografischer Daten. Dabei hebt er ein Erleben von Ausgeliefertsein und Ausgrenzung besonders hervor.

So wurde ich auf die Insula neugierig und ich schaute mal wieder auf der großartigen Internetseite dasgehirn.info vorbei – und das ist, was ich fand:

Dass die Erfahrung von gerechtem Verhalten als Belohnung erlebt werde. Dass das Erleben von zugemutetem unfairen Verhalten sich in der Aktivierung der Insula abbilde. Dass insbesondere bei ungleicher Verteilung von Nahrung der vordere Teil der Insula im Gehirn aktiv werde – ein Areal, das nicht nur auf schmerzvolle Stimuli reagiere und bei Ekel und Abneigung aktiv sei, sondern auch auf soziale Ausgrenzung, missglückte Kooperation oder das Erlebnis, geliebte Menschen in ihrem Schmerz zu sehen, reagiere. Und offenbar ebenso dann, wenn man selbst meint, ungerecht gehandelt zu haben. Forscher vermuteten, dass dieses Hirnareal unter anderem dabei helfe, negative soziale Erlebnisse in Zukunft zu vermeiden.

Fairness sei mehr als eine moralische Kategorie. Es sei eine Sichtweise, die tief in uns verankert sei. (Quelle: Neuroökonomie – Kooperation und Fairness werden belohnt (dasgehirn.info))

Die Insula sei ein wichtiger Projektionsort der Empfindungen der inneren Organe – neben Hunger kämen hier weitere Informationen an, darunter solche über Atemnot, Übelkeit und Völlegefühl. (dasgehirn.info/grundlagen/anatomie/der-insellappen)

Es kann uns anwidern,

wenn der wirtschaftliche Erfolg vor der Wertigkeit des Produkts steht,

wenn die Einzigartigkeit eines Individuums glattgebügelt werden soll,

wenn dessen Autonomie missachtet wird,

wenn ausgegrenzt und Kommunikation verweigert wird,

wenn Ungerechtigkeit normal sein soll,

wenn Solidarität keine Rolle spielt

und Selbstachtung negativ bewertet wird…

Und hier schießt sich der Kreis. Da ist manch_e dann lieber einfach mal weg, wenn Zustände solcherart empfunden werden. Und so möchte ich mich auch künftig für einen Abschied entscheiden, wenn ich mich angewidert fühle!

Eine gute Woche!

Depressiv? Aus der Reaktion in die Aktion kommen!

Nein, ich komme jetzt nicht mit Vorschlägen wie „Gehen Sie raus an die frische Luft!“ oder „Treiben Sie Sport!“ oder „Gehen Sie mehr unter Leute!“ um die Ecke (Letzteres ist eh im Moment heikel). Wobei es natürlich vollkommen in Ordnung ist, raus an die Luft zu gehen. Es reicht allerdings meistens nicht aus, wenn die Gedanken schwarz und die Gefühle schwer sind.
Was ich meine ist: Wenn Sie Ihre Depression in Art einer Selbsthypnose selbst herbeiführen würden, könnten Sie dies als Kompetenz erleben. Wenn ich mich hinein hypnotisieren kann, kann ich auch wieder heraus. (Diesen Zugang zum depressiven Erleben verdanke ich Gunther Schmidt.)

Achten Sie auf die Bilder oder Szenen, die Sie verwenden, um Ihr Erleben zu beschreiben:

Ich sehe überhaupt kein Licht am Ende des Tunnels!
Mir fehlt einfach der Mut dazu!
Ich kann diese Gedanken nicht wegschieben!
Ich möchte endlich mal wieder zur Ruhe kommen!
Ich fühle mich wie versteinert!
Mir schnürt sich alles zusammen!
Ich schaffe das nie!

Wenn Sie sich in einem dieser Sätze wiederfinden, oder einen ganz eigenen gefunden haben, malen Sie sich das so richtig aus! Übersteigern Sie ruhig! Keine Angst, Sie machen das, Sie selbst, nicht irgendwas oder irgendwer! Wenn Sie wollen, hören Sie mit der Produktion innerer Bilder auf, wann immer es Ihnen gefällt.

Ich stelle mir mal vor, dieser Tunnel werde mit jedem Schritt, den ich hinausgehen will, länger. Schritt, Schritt, Schritt, Schritt… Ist der denn nie zu Ende? Sehe ich irgendwo was zur Orientierung? Da ist ja nur Dunkelheit, verdammt!

Ich stelle mir mal vor, ich wollte was machen, was ich eigentlich möchte, aber dann immer kneife, bisher jedenfalls, zum Beispiel …. Na, das behalt‘ ich jetzt für mich. Und dann stelle ich mir vor, wie ich wieder und wieder den Antrieb nicht finde, weil meine Befürchtungen überwiegen. Wieder und wieder in der Aktion stocken und aufhören. Und nochmal… nix, und nochmal… nix…

Wollen Sie auch mal damit experimentieren? Seien Sie neugierig, was passiert! Sie als Steinskulptur? Wo stehen Sie denn? Wie ist dieser Ort? Sind da Leute? Was machen die? Sie als Stein können nichts tun! Die Tauben scheißen auf Ihre Schultern …

Sie kommen nicht zur Ruhe? Genießen Sie mal diese Vorstellung mit allen Sinnen: Aufdringliche Geräusche, Gestank, ein saures Aufstoßen, zu helles Licht, oh, diese Hitze – oder Kälte – wer soll denn da zur Ruhe kommen!

Erinnern Sie sich nun an den Anfangsgedanken: Was Sie sich in kräftigen Farben und Formen vorstellen, das machen Sie alles selbst. Es sind Ihre inneren Welten. Darin sind Sie Chef_in!

Und nun können Sie, falls das überhaupt noch nötig ist, sich die auflösenden Szenen ausmalen. Vielleicht haben bestimmte Aspekte Ihres depressiven Erlebens aber auch schon an Farbe verloren, sind irgendwie ausgebleicht, in Grautönen. Es kann auch ein Konturenverlust sein, alles wird leiser oder das Körperempfinden ist ein wenig aufgeweicht worden.

Für mehr davon lassen Sie wieder Ihre Fantasie spielen. Ich stelle mir gerade vor, wie dieser einengende breite Gurt um meinen Leib sich verhält wie alles Textile nach einer Weile: Die Nähte werden morsch und reißen auf. Stückchen für Stückchen.
Naja, falls es Hightec-Stoff ist: Hej, da liegt ja diese Schneiderschere, die hab‘ ich ja ganz übersehen!

Kennen Sie diese Skulpturenkünstler, die auf Plätzen herumstehen? Man fragt sich, wie die das schaffen, regungslos, wie eingefroren, stundenlang stehen sie da, unbeeindruckt von allem um sie herum. Aber nun ja, wenn es einen richtigen Regenguss gibt, alles rennt, rettet, flüchtet, dann sind die auch fix in Bewegung!

Das führt mich zu meinem nächsten Gedanken. (Wenn es bisher gut lief, lesen Sie doch ein andermal weiter, genießen Sie erstmal Ihre Erfolge!!!!)

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Angenommen, Ihnen gelingt das nicht so recht, in Ihnen regt sich Widerwillen gegen diese Art von Übung, kann ja sein, ich weiß es nicht: Dann probieren Sie doch mal aus, dies durch Stellvertreter erledigen zu lassen, durch innere Stellvertreter!

Mal angenommen Ihr depressives Erleben oder das im Moment aufdringlichste Symptom wäre irgendein Wesen: Wie sähe es aus? … Was würde es machen? …  Wie groß wäre es?  Wo im Raum würde es sich aufhalten? …  Was will es? Wozu ist es vielleicht gut? …  Wenn es sprechen könnte, was würde es sagen? …

Können Sie helfen? Was bräuchte es um leichter/ruhiger/offener zu werden? Was wäre gut? Was wäre möglich? Wo könnte es sein, damit es nicht ganz so erdrückend wäre? Könnte es kleiner werden? Was könnte helfen?

Wenn da nichts auftauchen mag, versuchen Sie das Gleiche doch mal mit einer Landschaft! Wie sähe sie aus, die Gegend, in der es depressiv zugeht? Malen Sie es sich richtig gut aus!
Und dann, was braucht es, damit es dort besser wird? ….

Und zum Schluss stellen Sie sich genauso ein Stellvertreterwesen vor, das eine depressive Symptomatik auf keinen Fall erlebt, oder eine Stellvertreterlandschaft, in der alles wohl und gut und angenehm ist und bleibt!
Achten Sie bitte darauf, dass SIE es sind, die / der das gestaltet! Verändern Sie munter drauflos, bis Ihnen Ihre Vorstellung so richtig sympathisch und angenehm erscheint!

Eine gute Woche!

Was bedeutet es, in eine Trance zu gehen?

Ich schreibe erstmal, was es für mich nicht ist: Trancen per App sind für mich nix. Nichtssagend.
Drei Wege sind gangbar für mich: Die Online-Anleitung durch einen Menschen, den ich kenne, mit dem ich idealerweise schon Trance-Erfahrungen geteilt habe, die Anleitung durch einen physisch anwesenden Menschen und die Selbstanleitung.

Trancen im Kontakt mit Menschen, die mich kennen, denen ich vertraue, sind für mich gute Erfahrungen. Trancen in Eigenregie sind Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, und diese sind unabdingbar für die psychische Gesundheit, davon bin ich überzeugt.

Wir gehen, wenn wir dies noch können, in einen Zustand von Flow, wenn wir kreativ sind, etwas Berührendes lesen, bei bestimmten sportlichen Aktivitäten, beim Betrachten einer Kerzenflamme, strömendem Wasser und vielem mehr. Dabei können wir innere Reisen erleben, die wir möglicherweise Trance nennen möchten.

Eine Trance, die dem Erleben von Selbstwirksamkeit dient, hat ein Thema, eine Frage und manchmal ein Ziel. Ziemlich bekannt ist inzwischen die Entdeckung des inneren sicheren Ortes. Wir finden einen inneren Ort der Geborgenheit, dort die Nähe zu unseren Ressourcen, zur Ahnung oder sogar zur Gewissheit dessen, was uns im Kern ausmacht. Unsere inneren Orte wandeln sich im Lauf des Lebens, immer sind sie einzigartig, so wie wir selbst. Auch wenn uns innere Bilder vorgeschlagen werden, wir kreieren sie selbst, im guten Kontakt mit unserem Unbewussten.

Wenn ich Klient_innen Angebote zur inneren Reise mache, sage ich dies immer dazu: Es können immer eigene Bilder und Szenen entstehen, egal, welche Worte ich spreche, ebenso, dass die Reise jederzeit unterbrochen werden kann, wenn sich etwas störend bemerkbar macht. Entscheidend für das Erleben ist die Bereitschaft und die Neugier, sich auf diese besondere Reise zu begeben.

Einige Vorschläge, wie Du Deine eigene Reise gestalten kannst, träumend vor Dich hin, will ich Dir heute machen. Wenn Du sie nutzen willst, experimentiere ein wenig, finde heraus, wie Du Dir Deines Themas, Deiner Frage bewusst werden kannst, so, wie sie gerade jetzt auftaucht!
(Lies Dir das Folgende durch und vertraue darauf, dass Du alles hervorholen und verwenden kannst, wie es und wann immer es für Dich stimmig ist!)*

  • Du kannst Dir einen Bus vorstellen, wie er an einigen Touristenorten fährt: Du stehst am Fahrbahnrand, Du winkst, die Fahrerin, der Fahrer hält an und Du steigst ein. Dein Ticket hast Du schon gelöst. Du schaust Dich um, findest Deinen Platz, sitzt bequem und schaust hinaus. Du weißt, Du kannst jederzeit ein Signal geben, dass Du aussteigen und die Gegend erkunden möchtest. Der Bus wird anhalten und Du wirst aussteigen. Noch aber fährst Du.
    Du entscheidest, ob Du die Mitfahrenden siehst, schemenhaft oder deutlich, manche steigen aus, manche steigen ein, Du bist ganz bei Dir.
    Und dann kannst Du aussteigen, ein wenig verweilen, und Du weißt, Du kannst einfach mit dem nächsten Bus weiterfahren. Du gibst Dir die Muße zu entdecken, was für Dich passt. Du gibst Dir die Zeit, für Dich Platz zu schaffen in dieser Umgebung.
    In dieser Umgebung, die Du nun vorfindest. Für Dich ist Zeit und für Dich ist Raum, für Deine Neugier, für Deine Versenkung.
  • Nach einem tiefen, vielleicht schon unwillkürlich angenehm tief geschehenden Atem kannst Du beobachten, was immer Du dort vorfindest…
    Dein Atem atmet für Dich seit Deiner Geburt, ohne dass Du ihn beachten musst, wie so vieles andere Lebenswichtige auch in Deinem Organismus einfach geschieht.
    Wenn Du einen Punkt fixierst und Dich darauf fokussierst, reagiert Deine Augenlinse. Und Deine feinen Augenmuskeln? Beobachte und spüre, wie die Augenlider schwerer werden, sich senken mögen. Die Augenlider schließen sich, haben sich geschlossen, werden sich schließen können…
  • Dein Kontakt mit der Natur entspannt Dich? Manchmal bist Du wie im Traum? Du gehst hinein in Deinen Traum. Schritt für Schritt gehst Du diese eine Allee entlang. Und in der Traum-Allee ist alles heilsam und gut für Deine Gesundheit. Gerade richtig sind die Höhen der Bäume, gerade richtig die Abstände.
    Da sind die starken Bäume rechts und links und Du kannst einfach gehen, es geht Dich von allein. Die Beine bewegen sich von allein. Spüre wie es Dich automatisch geht. Empfinde die Lust zu spüren, wie es Dich automatisch geht. Die hohen Alleebäume bewegen ihre Kronen sanft im warmen Wind und es duftet für Dich von Ferne so angenehm. Du hörst das vertraute, ganz leise Rauschen der Wipfel.
    Und dort hinten erblickst Du, was Du schon lange suchst…
    Erkennst Du es jetzt wieder? Und während Dein bewusstes Denken sich noch bemerkbar macht, kann Dein Unbewusstes sich schon atmosphärisch auf diese sanfte Weise ausbreiten – über Deinen Körper, Deinen Geist und Deine Seele. Und Dein bewusstes Sein wird es merken, wie Dein Unbewusstes spürbar wird. Dann geben sich Bewusst und Unbewusst die Hand.

Eine gute innere Reise und eine gute Woche!

*Ein Teil der Gedanken dieses Textes ist von Anne M. Lang, Milton Erickson Gesellschaft, inspiriert.

Schizophrenie, ein Beitrag zum Verständnis

Ich schau gern Krimis, dabei entspanne ich mich. Manche finde ich platt und blöd, manche finde ich spannend und klug gemacht. Aber auch bei diesen werden bestimmte Stereotypien wieder und wieder an die Zuschauenden gebracht und ich weiß, das nervt nicht nur mich. So zum Beispiel die bevorzugte Darstellung von Frauen als Opfer schwerer Gewalt, hilflos… Nervig!

Heute will ich davon schreiben, wie ich die Darstellung von Menschen mit einer bestimmten psychischen Erkrankung finde: falsch und schlimm! Vorzugsweise wird ein verfälschendes Bild von an Schizophrenie Erkrankten gezeichnet.
Haben diese wirklich so durchgängig eine doppelte Persönlichkeit, bei der die eine Gewalttaten begeht, von der die andere nichts weiß? Sind sie wirklich so gefährlich, wie dargestellt? Nein und nochmal nein!

Psychotische Zustände, die dem sogenannten schizophrenen Formenkreis zugeordnet werden, sind leidvoll für diejenigen, die sie durchleben. Sie sind gekennzeichnet durch Ängste, Bedrohungsgedanken, verzerrten und einseitigen Wahrnehmungen, manchmal dem Eindruck, Aufträge erfüllen zu müssen und all dem schutzlos ausgeliefert zu sein.
Manchmal fühlen sich Menschen ausspioniert und verfolgt und verschanzen sich in ihrer Wohnung. Sie erleben die Welt da draußen als Gefahr, und niemand mag ihr Erleben teilen, sie sind damit allein.

So kann es sein, dass sie viel zu wenig essen, denn einkaufen zu gehen, ist gefährlich. Kontakte werden gekappt, denn diese werden als feindlich erlebt. So schädigen sich Betroffene ungewollt selbst, ihr Zustand verschlechtert sich.

Es ist schwer, jemandem beizustehen, wenn er oder sie in diesem Zustand ist! Sie oder er möchte vielleicht Kontakt, aber die Angst und das Misstrauen überwiegen.

Sehr selten lebt jemand als gespaltene, also doppelte Person. Oft hingegen leben die Betroffenen in zwei Wirklichkeiten: in einer, die von der Mehrheit ebenso erlebt wird und in einer zweiten, die von anderen nicht verstanden wird, weil sie bizarr und verzerrt erscheint, irreal. Mal ist die eine Welt im Vordergrund, mal die andere. In einem akut psychotischen Zustand ist es vergebens, den erkrankten Menschen überzeugen zu wollen, dass die Welt nicht so bedrohlich und gegen sie verschworen ist, wie sie es erleben.

Ein Zugang zum Verständnis könnte doch sein, sich einzugestehen, dass wir beinahe alle manches schon mal verzerrt wahrnehmen, dass wir Böses hinter dem Verhalten anderer vermuten, vor allem, wenn wir uns ohnehin nicht wohl fühlen und uns der Ausweg aus einer misslichen Lage momentan unklar ist.

Es könnte doch sein, wenn wir etwas in unserer Geschichte spazieren gehen, dass wir Zeiten bemerken, in denen wir uns nicht eins mit der Welt gefühlt haben, wie herausgefallen. Schon die Trauer über einen verstorbenen Menschen kann dazu führen, dass wir uns abgeschnitten erleben, anders, einsam.

Liebeskummer? Die ganze Welt ist voller glücklicher Paare, oder etwa nicht?

Überflutet von Traurigkeit suchen wir nach Auswegen, manchmal in unsinniger Weise – sagen die anderen. Sie verstehen uns halt nicht. Wollen uns belehren und wir machen zu. Wir wissen es besser.

Unsicherheit kann dazu kommen, was wichtig und bedeutsam ist und was nicht. Wir erschöpfen uns mit dem Versuch, wieder zurecht zu kommen.

Ideen nehmen übermäßige Gestalt an, Groll mündet in Rachephantasien, Wunsch nach Schutz wird zu Größenphantasien… Jetzt sind die Unterschiede zur Psychose immer noch vorhanden, aber der Zustand scheint uns nicht mehr ganz so fremd?

  • Wach und sehr aufmerksam zu sein – oder nicht zur Ruhe kommen zu können
  • Kreativ und energiegeladen zu sein – oder den Alltag zu vernachlässigen
  • Die Gedanken sprudeln – oder sie überschlagen sich und gehen durcheinander
  • Ein Gefühl der Durchlässigkeit für Eindrücke zu haben – oder Reize nicht filtern zu können
  • Vorsicht oder Misstrauen
  • Wachsamkeit oder wahnhafte Gedanken
  • Sich schützen zu wollen aber die Furcht erleben, es nicht zu können
  • Ausgeprägte innere Bilder – oder wahnhaftes Erleben der Szenen im Außen
  • Rückzug zum Selbstschutz – oder Rückzug in innere Welten bei Ausschluss der äußeren
  • die Grenzen fließen.

Einem Menschen in der akuten Psychose können wir mit Verstehen begegnen, dafür, wie schlimm es ihm gerade ergeht. Wir unterlassen es, ihm seine inneren Bilder zurecht rücken zu wollen. Nach dem Abklingen der akuten Phase lassen wir uns berichten, wie es ihm gegangen ist.

Bei einigen bleibt es bei einer einzigen Phase! Vielen ergeht es in den Zwischenzeiten so, dass sie sich vollständig erholen. Manche sind auch in den Zwischenzeiten eingeschränkt, sie können sich schlecht konzentrieren, haben nur geringen inneren Antrieb oder haben wenig Ausdauer.

Die Betroffenen kennen ihre sogenannten Frühwarnzeichen oft – hier sind sie noch gut ansprechbar dafür, sich professionelle Hilfe zu suchen. Diese können sich als Unruhe, Überempfindlichkeit, Leistungsknick äußern oder im Wunsch nach sozialem Rückzug.

Nicht alles, was schwierig erscheint, ist unbedingt ein Frühwarnzeichen. Wer immer schlecht schläft, bei dem ist es keines. Wer immer dazu neigt, alles als Kritik zu deuten, lebt damit und muss nicht in Angst auf die nächste Krise schauen. Es ist wichtig, auch hier immer im Blick zu behalten, dass jeder Mensch einzigartig ist, und wir verzichten darauf, Checklisten aus Büchern auf die Psyche von Menschen anzuwenden.

Ist die Krise eingetreten, gilt das Gleiche. Häufige Anzeichen sind ein veränderter Umgang mit Sprache, sowohl im Verständnis, als auch im Gebrauch. Neue Wörter werden erfunden, die von anderen nicht verstanden werden.
Die Erkrankten können dazu neigen, Zusammenhänge herzustellen, wo niemand sonst sie zu erkennen vermag. Da erscheint der Außenwelt etwas als Stimmungsschwankung ohne Grund. Die erkrankte Person hingegen sieht deutliche Bezüge zwischen Dingen und Ereignissen und interpretiert für sie selbst schlüssig. Darauf reagiert sie dann.

Mehr und mehr kann der Körper in Alarmbereitschaft geraten.

Die Welt wird mehr und mehr zu einem unheimlichen Ort.

Halluzinationen in Gestalt von Menschen, die sonst niemand sieht, sind eher selten. Stimmen werden eher öfter gehört – allerdings ist Stimmenhören kein zwingender Hinweis auf einen psychotischen Zustand, dies kommt auch anderwärts vor.

Jemand hört, wie eine Flüsterstimme zu ihr spricht und glaubt, dass eine fremde Person ihr Verhalten steuern will – das ist schon ein deutlicheres Zeichen. Bleibt so ein Mensch dem unbedingt hilflos ausgeliefert? Muss man den wegsperren, weil er demnächst jemanden von hinten angreift und tödlich verletzt? Nein! Auch da gilt es, genau zu erforschen!

Gefährdung anderer, unbeteiligter Personen, unerwartet, aus dem Nichts: Das gibt es, keine Frage. Es ist die Ausnahme. Unter schizophrenen Schüben Leidende gefährden in erster Linie ihr eigenes Leben und verlieren ihre eigene Lebenszufriedenheit.

Die eine Schizophrenie gibt es nicht, und allein eine ärztliche Diagnose kann nicht vorhersagen, wie die Krankheit im Weiteren verlaufen wird. Die darunter leiden, leiden häufig zusätzlich unter den Ängsten und Ausgrenzungen in ihrer Umgebung.

Ich habe gelesen, dass in Japan der Begriff Schizophrenie nicht mehr verwendet wird und durch den Begriff Integrationsstörung ersetzt wurde.

Was hilft, was schützt? Medikamente, die sorgfältig in ihrer Wirkung und in ihren Nebenwirkungen beobachtet werden müssen, gehören sicher meist dazu. Die Erkrankten werden sie allerdings absetzen, wenn die Nebenwirkungen extrem belasten. Wen wollte das wundern?

Wenn Dir in der U-Bahn demnächst jemand mit unkontrollierten Beinbewegungen gegenüber sitzt oder mit seltsamen Gesichtsverrenkungen: Denk mal, es kann alles Mögliche die Ursache sein. Nimm mal an, die Person leidet darunter, dass sie nichts dagegen tun kann und Du sie dabei beobachtest. Starre nicht, aber wechsle auch nicht gleich den Platz! Vielleicht ist es jemand, der seine innere Spannung im Moment nur mit Medikamenten dämpfen kann, mit Medikamenten, die Nebenwirkungen wie Zuckungen auslösen, hier ist jemand, der bereit ist, sich in der Öffentlichkeit zum Gespött zu machen, damit die Erkrankung ihn nicht überrollt. Spotte nicht mit.

Die Prognose ist weniger ungünstig, als allgemein angenommen wird. Gut ist es, wenn an den Fähigkeiten des Erkrankten angeknüpft wird. Auch eine an Schizophrenie erkrankte Person ist mehr als ihre Erkrankung! Sie kann lernen. Sie kann lernen, ihre inneren Prozesse mit einem gewissen Abstand zu betrachten und neue Bewertungen einüben. Psychosoziale Betreuung und Gespräche helfen bei der Realitätsprüfung.

Nicht über ihn reden, sondern mit ihm, ihn seine eigenen Wege im Umgang mit der Erkrankung finden lassen, bereit stehen, aber nicht gängeln, gemeinsam Pläne entwickeln, die Halt und Orientierung geben, all das, in Achtung und Respekt, kann helfen.

Was hat das mit dem Bild in den Filmen zu tun, wo Unberechenbarkeit, Gefährdung der Umwelt, manchmal schlaue Hinterlist im Verbergen der Krankheit im Vordergrund stehen? Nix. Punkt.

Eine gute Woche!

Für Interessierte: Hier finden Sie Materialien für Metakognitives Training (MKT) für Psychose: https:// clinical-neuropsychology.de/metakognitives_training_psychose/ (Leerzeichen entfernen, dann funktioniert der Link!)

In diesen seltsamen Zeiten: Ein WIR zu bewirken…

…. kann auch online klappen. Als ich noch ganz schön jung war, musste ich zur Telefonzelle, um mich mit Freundinnen in den anderen Stadtteilen zu verabreden. Das eigene Telefon war schon ein Fortschritt. Und es war immer noch eine Angelegenheit von Planung, sich zu treffen.

Heute, mit dem Handy in der Hand, das ist schon was ganz anderes. Schnell mal auf‘n Kaffee, bin grad in der Nähe? Tja, und nun die Pandemie. Einschränkungen.

Twitter, Facebook und wie sie alle heißen, man „sieht sich“, liked mal und winkt sich damit zu – ist ja o.k. soweit, ein Ersatz ist es nicht.

Mit Zoom und dergleichen aber freunde ich mich zunehmend an. Je mehr Menschen es in ihr Kommunikationsrepertoire aufnehmen, desto besser klappt es. Wenn ich mich so im Sessel fläze, die Teetasse daneben und ein Schwätzchen halte, seh‘ Dich, seh‘ Euch – ist doch gemütlich!

Nach einer Tagung mit über 300 Leuten per Zoom – mir fast alle unbekannt – hatte ich schon bald ein vertrautes Empfinden. Die waren mal in meinem Wohnzimmer und mal in meinem Arbeitszimmer mit dabei und ich hab sie in ihren Räumen gesehen und gehört. Wir haben zusammen gelernt und gelacht und geatmet und getanzt, war super!

Ein paar neue Ideen tauchen in meinem Kopf auf (zu mehreren zoomen oder auf ähnlichen Plattformen):

  • Disco. Lieblingsmusik, reihum oder eigene Playlists teilen, Kamera und Mikro laufen mit, juhuuu, wir hopsen und schlackern, dass die Bude wackelt.
  • Spielen. Eine Geschichte gemeinsam erzählen, jemand sagt Stopp und führt die Story auf ihre / seine Weise fort, da kommt schon das nächste Stopp, usw. Oder beim Erzählen wird gewürfelt, wer eine sechs hat, ist dran, viele Variationen sind denkbar.
  • Singen. Lieblingslieder gemeinsam singen, Texte lassen sich per Bildschirm teilen. Ein Kanon – sooo lang nicht gesungen! Solche Texte sind kurz.
  • Bewegung. Wer hat eine gute Übung kennengelernt, im Yoga, im Feldenkrais oder einfach in der Gymnastik, und alle machen’s nach.
  • Vorlesen am Abend. Das muss ich nicht erklären.
  • Eine Schachpartie zu zweit? Kein Problem, auf jeder Seite des Bildschirms ein Brett und los!
  • Lachyoga. Ja, lach nur, davon erzähl ich etwas mehr. Alle stehen bequem, Hände auf den Bauch, da lachen schon die ersten! Wir gucken auf unsere Bäuche und los geht’s.
    Der Auftrag lautet: Wenn Du noch nicht lachen kannst, dann tu so, als ob, bis Du lachst!
    Corona, uns fällt die Decke auf den Kopf? Wir strecken uns zur Decke, die Handflächen nach oben, und drücken unsere Decken nach oben und lachen, lachen… Wir verankern gemeinsam, indem wir in die Hände klatschen, Ha-Ha-Ha! 3x. Und rufen uns ein „Sehr gut!“ zu.
    Das Zimmer ist zu eng? Wir strecken uns seitwärts aus und schieben die Wände auseinander, wir lachen. Und verankern.
    Wir hören uns, wir sehen uns, das hilft!
    Der Tag ist noch hell, wir haben Fenster? Wir dehnen und drehen Kopf und Rumpf zum Fenster und zurück und lachen, lachen und verankern gemeinsam.
    Eine ungeliebte Tätigkeit pantomimisch darstellen, dabei lachen. Die andern raten. Lachen.
    Eine geliebte Tätigkeit ebenso.
    Am Ende werfen wir uns in die Sessel und grinsen uns nochmal zu. Und was auch immer noch passiert.

Eine gute Woche!

Wie Muster entstehen und wieder vergehen können

Die Integrative Kognitive Verhaltenstherapie, mit der ich überwiegend arbeite, beschäftigt sich mit belastendem Gefühlserleben im Hier und Jetzt und den Zielen und Wegen der Veränderung in der Zukunft. Die Besprechung der bisherigen Lebensgeschichte findet dabei durchaus auch ihren Platz, der Hauptaugenmerk der gemeinsamen Arbeit liegt jedoch nicht darauf.
Viele Klient:innen finden das erleichternd. Sie haben teilweise verstörende Erfahrungen hinter sich, bei denen sie sich unter anderem ungeschützt ihren Erinnerungen ausgesetzt fühlten. Manche befürchten aus verschiedenen Gründen, dass dies passieren könnte.

Ein Beispiel für die Arbeit im Hier und Jetzt: Eine Person leidet unter häufigen Schamgefühlen, ihr ist vieles peinlich, sie neigt zum Rückzug und hat es schwer, sich in Gemeinschaften wohl zu fühlen. In den therapeutischen Gesprächen wird diese Person vielleicht schildern, dass sie vieles vermeidet, nämlich Situationen, Personen oder Anforderungen, von denen sie glaubt, nicht zu genügen und sich zu blamieren. So kommt zur Scham die Angst vor der möglichen Blamage und es wird immer schwieriger, die angesprochenen Situationen zu meistern.
Die kognitive Verhaltenstherapie bietet hier ein sehr hilfreiches Instrumentarium, um dieses Dilemma aufzulösen. Die betreffende Person kann lernen, sich selbst zu akzeptieren, auszuhalten, dass sie Fehler macht und sogar, dass andere sie dafür belächeln – nicht etwa durch Gewöhnung und das Ausbilden einer dicken Haut, sondern durch die Entwicklung eines realistische Selbstbildes und dem Abschied von einem selbstschädigenden Selbstwertkonzept: „Ja, es ist ok, etwas nicht hinzukriegen, und die Kritik oder gar Ablehnung durch andere mindert meinen persönlichen Wert nicht!“
Dies zu lernen, braucht in der Regel seine Zeit und einiges an Bereitschaft, sich zu beobachten, ehrlich mit sich zu sein und neue Gedanken und Konzepte einzuüben. Dann funktioniert es häufig gut mit der Veränderung und dem Erlangen verbesserter Lebenszufriedenheit. Unterstützend können Entspannungsübungen und viele kleine Tipps und Tools für den Alltag wirken.

Manchmal knirscht es allerdings bei diesem Prozess, jemand tritt bei allem Bemühen auf der Stelle. Dann ist es nötig, die Instrumente der Kognitiven Verhaltenstherapie zu ergänzen und andere Methoden und Herangehensweisen zu integrieren. Dies können bewusste und gelenkte Körpererfahrungen sein, Trancen und verschiedene Wege, das Unbewusste mit dazu zu laden und in tiefere innere Prozesse einzusteigen – zum Beispiel mit Hilfe geeigneter Bilder.

Warum ist das so?

Die frühen Erfahrungen der Klienten können so mächtig wirksam sein, bis hinein ins Hier und Jetzt, dass die Klient:innen sich als blockiert erleben und Frustration empfinden. Oftmals ist die Verbindung vom Jetzt zum Früher vernebelt, verborgen und nicht ohne Weiteres zugänglich.

Zum Beispiel erweisen sich Kindheitserfahrungen, in denen die grundlegenden Bedürfnisse nicht genügend erfüllt wurden, häufig als hindernde Stolpersteine auf dem Weg in die gewünschte Veränderung.

Ein auf Grundlage dieser Mangelerfahrung heranwachsender Mensch bildet Verhaltensweisen, Sichtweisen, Erlebensweisen heraus, die ihm zunächst sinnvoll scheinen. Wir alle haben im Kindesalter noch recht eigeschränkte Möglichkeiten, unsere Erfahrungen zu betrachten, und unser Repertoire zu reagieren wird sich erst Schritt für Schritt herausbilden. Im Heranwachsen bilden sich dabei im ungünstigen Fall eher starre, einengende Muster. Muster, die letztlich selbstschädigend wirken, bedürfen der Korrektur. Und solche, die aus der mangelhaften Bedürfniserfüllung heraus gebildet wurden, sollten mittels der Erkenntnis ebendieses Prozesses durch angemessene Muster ersetzt werden, damit es den Klient:innen besser geht.

Wurde zum Beispiel das Bedürfnis nach Bindung verletzt, kann die Reaktion sein, dass ein Mensch sich ängstigt, immer wieder verlassen und enttäuscht zu werden. Diese kann er versuchen zu bändigen, indem er versucht, für andere wichtig zu werden. Eine der Möglichkeiten ist es, sich aufzuopfern, Besonderes zu leisten, souverän und selbstbewusst zu wirken.
Von anderen abgelehnt zu werden, wenn man dabei Fehler macht, sich gar blamiert, kann dann  Panik auslösen. Dann geht es nicht allein darum, in seinem Selbstwert eine Schädigung zu erleben, sondern auch um die große Angst, Bindung erneut zu verlieren oder gar nicht erst zu erlangen.
Die wiederholte Verletzung des Bedürfnisses nach Bindung kann zu Depression, Angsterleben, Rückzugsverhalten, Aggression oder Sucht führen.

Durch das Herstellen von biografischen Bezügen zu den aktuellen Problemen und mittels der Orientierung an emotionalen Grundbedürfnissen werden die Muster des Erlebens und Handelns auf den Prüfstand gestellt.
Interventionen, die frühere Erlebnisse aktivieren und neu erfahrbar machen, können die klassische kognitive verhaltenstherapeutische Arbeit wesentlich bereichern und ergänzen, Blockaden können sich damit lösen. Wenn dies gut eingebettet ist in vertrauensvolles Miteinander in der Therapie und auch verabredet wurde, wie etwaige Überflutung rechtzeitig bemerkt und gestoppt werden kann, können Klient:innen meist Ja dazu sagen.

Wir klären die Fragen: Welche emotionalen Grundbedürfnisse wurden in der frühen Biographie von bedeutsamen Bezugspersonen unangemessen oder unzulänglich erfüllt, welche emotionalen Grundbedürfnisse wurden von bedeutsamen Bezugspersonen angemessen unterstützt, welche Schemata oder Muster bildeten sich heraus und haben sich im Erwachsenen verfestigt? Welche Auswirkungen hat dies auf das Erleben, die Wahrnehmung, die Reaktionsweisen heute?
Aus der erwachsenen Sicht wird die Vergangenheit bereist und es wird erforscht und benannt, was das Kind gebraucht hätte, um zu einer positiven Erwartungshaltung, zu Selbstbewusstsein und Regulationsfähigkeit zu gelangen.

Szenen der Kindheit können nunmehr neu erlebt werden. Es können positive Bilder eingebaut, Szenen verändert werden, das Erwachsenen-Ich kann in die Szene eintreten und das Kind von damals schützen und bestärken. Manchmal wünschen sich Klient:innen eine Begleitung durch innere Helfer:innen, sie entdecken, dass Menschen aus dem heutigen Umfeld imaginativ mitgenommen werden können, die sie innerlich an der Hand halten. Trost kann in die Vergangenheit gesendet werden und Unterstützung, selbstschädigende Muster werden entmachtet und neue entwickelt.

Durch welche Methodik dies jeweils geschieht, wird von der persönlichen Geschichte der Hilfesuchenden abhängen, von ihren Ressourcen und Zielen. Rollenspiele, Stühle-Dialoge, Imaginationen, EMDR… Entscheidend ist die Herangehensweise: Wenn die Arbeit im Hier und Jetzt in Kontakt kommt mit frühem Erleben, werden aus Stolpersteinen womöglich Meilensteine!

Wie das?

Eine neue Brille aufzusetzen, einen neuen Scheinwerfer zu richten, sich der Ressourcen bewusst zu sein und sie zu aktivieren, die Filter der Wahrnehmung und Interpretation der Welt zu verändern, das ist möglich!

Neue Kognitionen treten dann allmählich an die Stelle von alten:

  • Statt „Ich werde bestimmt wieder von Menschen verlassen, die mir wichtig sind!“ oder „Ich bleibe wohl immer allein!“
    Künftig: „Ich habe Menschen um mich, die loyal zu mir stehen“, „Wenn es sein muss, komme ich eine Weile auch allein zurecht und kann mir neue Beziehungen aufbauen“, „Ich muss mich nicht an andere klammern, damit ich nicht verlassen werde!“
  • Statt „Nähe ist gefährlich!“ oder „Meine Grenzen werden nicht respektiert!“
    Künftig: „Ich vertraue darauf, dass andere mich fair behandeln“, „In meinen Beziehungen fühle ich mich meistens sehr sicher“, „Niemand wird mich absichtlich verletzen!“
  • Statt „Niemand kümmert sich um mich!“ oder „Niemand hört mir zu!“
    Künftig: „Ich werde wahrgenommen und bekomme Unterstützung, wenn ich sie brauche oder darum bitte“, „Meistens ist der Umgang mit mir wertschätzend!“
  • Statt „Ich gehöre nicht dazu!“ oder „Ich bin anders!“
    Künftig: „Ich werde in meinem Umfeld von Menschen akzeptiert“, „Ich bin anderen wichtig“, „Wenn ich mich integrieren möchte, gelingt es mir häufig“, „Ich gehöre dazu, so wie ich bin!“
  • Statt „Ich bin peinlich“, „Ich erfülle die Erwartungen nicht“, „Kritik ist für mich beschämend!“ oder „Wenn die merken, wie ich wirklich bin, werde ich verlassen oder ausgestoßen!“
    Künftig: „Mit all meinen Schwächen und Fehlern bin ich liebenswert“, „Ich muss nicht perfekt sein“, „Auch wenn ich mich öffne und zeige, wie ich bin, kann ich auf Aufmerksamkeit und Zuwendung vertrauen!“

Eine gute Woche!

Diagnosen

Ich erhalte relativ häufig Anrufe, in denen ein kassenfinanzierter Therapieplatz angefragt wird. Diesen kann ich leider nicht anbieten, da die gesetzlichen Kassen uns Heilpraktiker*innen für Psychotherapie nicht bezahlen. Aber das ist heute nicht mein Thema.

Was mich beschäftigt: Nicht wenige Menschen rufen an mit einer fertigen Diagnose für ihre Symptomatik. Wenn ich zunächst darüber informiert habe, dass ich nicht über die Kasse abrechnen kann, aber feststelle, dass der anrufende Mensch den Wunsch hat, über seine Problematik wenigstens angehört zu werden, dann frage ich: Wer hat denn diese Diagnose gestellt?

Nicht selten sind es Eigendiagnosen, erstellt mithilfe von befreundeten Personen, die vielleicht Psychologie studiert haben, mithilfe der sozialen Medien, mit den Informationen in Blogs und aus Ärzteseiten im Internet.

Manchmal war es auch der Hausarzt.

Mich irritiert das. Diese Anrufer*innen schreiben für sich etwas fest, identifizieren sich mit dem Namen für eine „Störung“, häufig ohne dass diese in einem sorgfältigen Verfahren ermittelt wurde. Es scheint in einigen Fällen beinahe so etwas wie einen beruhigenden Effekt zu haben, dem Kind einen Namen gegeben zu haben. Manche glauben vielleicht auch, dass die Nennung einer Diagnose ihre Aussicht auf einen Therapieplatz erhöht. Beispiele:

Ich habe ADHS.

Ich habe eine Persönlichkeitsstörung. (!)

Ich habe eine Angststörung.

Ich habe eine Depression.

Manchmal sage ich dann, dass so eine Benennung meiner Meinung nach nicht immer hilfreich ist. Dass es wahrscheinlich für bei der Suche nach einem Therapieplatz mehr nützt, wenn jemand stattdessen die Symptome beschreiben kann, auch die Situationen, in denen sie auftreten.

Symptome weisen auf etwas in unserem Organismus hin, das aus der Balance ist. Es entsteht etwas, worunter wir leiden, wovon wir uns belastet fühlen. Und sie weisen den Weg zu Veränderungen.

Wir müssen uns nicht darüber definieren, wie unsere Symptome in Manualen wie der ICD-10 zu einem „Störungsbild“ zusammengefasst und benannt werden. Wie brauchen es nicht dafür, dass wir Veränderungen einleiten und nach Hilfe suchen. Wir sind nicht unsere Symptome, wir sind mehr als das. Wir haben auch die Kräfte, die nach Veränderung streben.

Viele Menschen haben im Lauf ihres Lebens psychische Schwierigkeiten, die sie so nicht länger erleben wollen. Veränderung ist nicht immer einfach, aber grundsätzlich machbar. Therapie kann helfen. Die Diagnose innerhalb einer Therapie ist bereits Teil eines gemeinsamen Weges. Sie sollte aus deutlich mehr als aus einem Etikett wie z. B. „Angststörung“ bestehen.

Die Benennung einer „Störung“ kann sich als schlimmstenfalls als Hindernis erweisen: Ich habe Berichte von Klient*innen, dass es bei ihnen Verzweiflung oder Abwehr ausgelöst hat und zum Abbruch der Therapie bei dem betreffenden Arzt oder Therapeuten führte.

Mit Diagnosen sei behutsam umgegangen! Sogenannte Störungen müssen nur für die Krankenkasse mit Namen und Nummer versehen werden – wegen der Abrechnung der Kosten.

In einer Therapie schaut man günstigenfalls gemeinsam genauer hin. Jeder Mensch ist einzigartig!

Wie nun könnten wir uns stattdessen gegenseitig mitteilen, wovon wir uns im Leben belastet fühlen und worunter wir leiden? Vielleicht so oder so ähnlich:

Ich kann schwer bei einer Sache bleiben. Am schlimmsten ist es …. Häufig geht es mir so, wenn ….

Ich weiß mich in der Gesellschaft von Fremden nicht zu verhalten. Das hat schon häufig zu Problemen geführt: ….

Ich vermeide sehr vieles, bei dem ich mich nicht 100%ig sicher fühle. Zum Beispiel: ….

Nachts schrecke ich hoch und kann lange nicht einschlafen. Das geht so seit …

Ich komme selten in einen vertrauensvollen Kontakt. Ich wünsche es mir, aber …

Ich bin oft traurig, ohne zu wissen warum. Ich möchte es wissen!

Ich kann mich schwer entspannen. Wie kann ich das lernen?

Ich weiß nicht, wie ich auf andere zugehen kann. Was kann ich da ändern?

Ich habe es schwer, meine Gefühle zu zeigen. Das macht mir Probleme bei…

Ich ecke immer wieder an. Das finde ich ….

Ich fürchte die Ablehnung anderer. Muss das so sein oder gibt es Lösungen?

Ich muss bei Hunden die Straße wechseln. Das und das habe ich schon probiert, aber…

Ich sorge mich so viel um alles Mögliche. Das führt zu keinen guten Ergebnissen, denn …

Ich empfinde manchmal Angst zu sterben und erlebe Panik. Das soll aufhören, denn …

Ich wache nachts auf und grüble. Tags bin ich dann völlig fertig. Das kann so nicht bleiben, denn…

Es ist so schwer für mich, mich zu etwas aufzuraffen. Immerhin rufe ich Sie jetzt mal an, denn …

Ich kann bestimmte Erlebnisse nicht vergessen, sie tauchen plötzlich auf, wenn…

… … … So kommen wir in Kontakt und ins Gespräch!

Und dann die Frage: Was stattdessen? Wie stelle ich mir mein Leben stattdessen vor? Was wäre anders, wenn ich diese Symptome nicht hätte?

Was habe ich bisher versucht, um das zu erreichen? Was hat funktioniert und was nicht?

Mit den Überlegungen und Ideen dazu kommen Sie schon beim ersten Telefonat womöglich in einen guten Prozess!

Eine gute Woche!