Selbstbild und Selbstliebe

  1. Das Bild, das wir uns von uns machen, wie wir uns selbst sehen, das beeinflusst unsere Emotionen und unser Verhalten, den ganzen Tag und jeden Tag.

Es ist gut zu wissen, dass wir Einfluss darauf haben, wie wir uns sehen. Es ist gut zu wissen, dass wir lernen können, in einer neuen Weise über uns zu denken. Das ist immer dann eine gute Idee, wenn wir merken, dass wir uns mit unseren Gedanken über uns selbst ein Bein stellen.

Wenn wir schon erkannt haben, dass eine pauschale Selbstbewertung sinnlos ist und wir uns damit in Gefühlsturbulenzen bringen, dann haben wir schon den entscheidenden Schritt gemacht.
Wir spüren: Wenn wir uns darüber definieren, ob wir etwas können oder eben nicht, wenn wir uns danach beurteilen, ob wir wohl besser oder schlechter dastehen als andere, wenn wir uns mit unserem Selbstwert davon abhängig machen, wie andere auf uns reagieren – dann geht es uns nicht gut mit uns selbst.

Wenn wir erkannt haben, dass zu uns selbst viele verschiedene Seiten, Eigenschaften, Merkmale gehören, manche veränderbar, andere nicht, wenn wir dann noch klar sehen können, welche davon wir an uns selbst mögen, welche wir doof finden wollen und welche uns eher gleichgültig sind – dann sind wir mit einem einigermaßen realistischen Selbstbild unterwegs. Dieses Bild von uns selbst werden wir wahrscheinlich immer mal ändern, denn wir erleben uns immer wieder neu und wir haben uns von der pauschalen Sicht auf uns selbst verabschiedet.

Das ist nicht einfach, aber es ist machbar – es ist der Weg, auf dem wir zur Selbstakzeptanz, sogar zur Selbstliebe kommen können.

  1. Klingt es in Ihren Ohren vermessen, sich selbst zu lieben? Entwickeln Sie gerade den Gedanken, das sei doch übertrieben und ein bisschen peinlich?

Nun, Selbstliebe meint nicht Egoismus, meint nicht, die Bedürfnisse der anderen nicht zu sehen und zu achten. Selbstliebe meint nicht Egozentrik, meint nicht, den ganzen Tag nur um sich selbst zu kreisen.
Mit Selbstliebe achte und akzeptiere ich mich so, wie ich bin. Mit Selbstliebe sorge ich für mich, meine Bedürfnisse, Werte und Ziele.
Selbstliebe ist – so möchte ich es hier behaupten – die notwendige Grundlage dafür, andere Menschen ebenso zu achten, zu akzeptieren und auch ihre Bedürfnisse wahrzunehmen. Damit erst haben wir die Grundlage dafür, Liebe und Fürsorge zu einer anderen Person zu zeigen, wenn wir dies wollen.

Wenn es uns gelingt, mit liebendem Blick auf uns selbst zu schauen, dann gelingt es uns auch bei anderen. Sollten wir dazu neigen, diesen Blick  n u r  für andere zu haben, nicht aber für uns selbst, dann sind wir sehr wahrscheinlich auf dem Weg in ein Gefühl von Ausgebranntheit und unsere Gedanken sind geprägt von Resignation, es geht uns nicht gut.

Was mögen Sie an sich? Was brauchen Sie für sich? Können Sie Ihr Spiegelbild anlächeln?

Wenn Sie sagen, nein, das kann ich nicht – beginnen Sie mit ersten Schritten! Üben Sie jeden Tag, sich etwas Gutes zu tun. Damit meine ich nicht, sich Schokolade oder Alkohol zuzuführen. Damit meine ich, genau zu schauen, was Ihnen wirklich gut tut. Sich Zeit geben für sich: Was fehlt mir gerade, damit ich mich in mir wohl, produktiv, kreativ und freundlich fühlen kann? Wie kann ich es finden? Suchen Sie bewusst danach, was dieser heutige Tag für Sie sein kann, auf dem Weg zur Selbstliebe und auf dem Weg zu einem guten Tag!

Liebe, auch Selbstliebe ist eine Haltung, die sich in der Handlung zeigt und übt. Mit jeder Handlung, mit der Sie für sich sorgen, stärken Sie Ihr Mitgefühl mit sich selbst. (Womit ich nun gerade nicht Selbstmitleid meine!)

Nun drei kleine Übungen zum Nachdenken:

  • Was kann ich mir heute Gutes tun?
  • Wovon würde mir weniger gut tun?
  • Was mag jemand, der mir wichtig ist, an mir?

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